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Jens Voigt (l.) und Lance Armstrong sind sich einig in der Ablehnung des Funkverbots © AFP

Angeführt von Astana wollen die meisten Teams das Funkverbot kippen, mit dem der Tour-Boss spannendere Etappen erschaffen will.

Tarbes - Der Streit um das Funkverbot auf der 10. und 13. Etappe der Tour die France hat sich verschärft.

Auf Initiative des Astana-Rennstalls haben haben 18 von 20 Teams einen Protestbrief gegen die Entscheidung verfasst.

Der Radsport-Weltverband UCI wies die Beschwerde aber zurück und will an der Regeländerung festhalten.

Tour-Sprecher Christophe Marchadier verteidigte das Funkverbot ebenfalls und wies auf den erfolgreichen Test bei den französischen Meisterschaften hin. "Es ist wie bei den früheren Rennen, als die Fahrer mehr nachdenken und untereinander reden mussten. Sie werden keine Maschinen mehr sein", sagte der Franzose.

Zweimal ohne Funk

Auf den Etappen von Limoges nach Issoudun am 14. Juli und drei Tage später von Vittel nach Colmar ist zwischen den Teamchefs und Fahrern jeglicher Funkkontakt untersagt.

Mit dieser Entscheidung will die UCI das Rennen spannender machen, nachdem es in der Vergangenheit Kritik daran gegeben hatte, dass das Geschehen zu sehr von Taktik geprägt und somit vorhersehbar sei. (ÜBERSICHT: Wo liegen die Favoriten?)

Sarkasmus bei Voigt und Armstrong

"Warum fahren wir nicht zwei Tage ohne Helm und Bremsen?", fragte Jens Voigt, der die Regeländerung genauso kritisch sieht wie Lance Armstrong: "Dann können wir auch wieder mit Wolltrikots und Reifen um den Hals wie in den alten Zeiten fahren."

Die Mannschaften verweisen insbesondere auf die Sicherheitsrisiken. "Die Tour ist zu groß für ein Experiment", sagte Astana-Teamchef Johan Bruyneel, der wie sein Saxo-Bank-Kollege Bjarne Riis in der Entscheidung ein unkalkulierbares Risiko sieht: "Gibt es einen Sturz mit mehreren Top-Fahrern, würde ein großes Durcheinander entstehen. Wir sollten mit der Zeit gehen." 124970(Die Höhen-Profile der Tour-Etappen)

Prudhomme hofft auf "mehr Fantasie"

Auch das deutsche Team Milram und der Columbia-Rennstall haben sich dem Protest angeschlossen.

Dagegen vertreten die beiden französischen Mannschaften Cofidis und FdJeux die Meinung von Tourchef Christian Prudhomme, der auf "mehr Fantasie und Risikobereitschaft der Fahrer" bei möglichen Ausreißversuchen hofft.

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