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Kreative Form des Protests: Grischa Niermann mit Antenne vor dem Start der 10. Etappe © AFP

Niermann und Armstrong protestieren humorvoll gegen das Funkverbot. Erik Zabel nimmt den Mont Ventoux in Angriff. Tour-Splitter.

München - Die Tour de France befand sich auf der zehnten Etappe erstmals nach 16 Jahren im Funkloch.

Trotz des Protests von 14 Mannschaften mussten die Radprofis auf dem Teilstück von Limoges nach Issoudon wie in alten Zeiten ohne Funkverbindung zu ihren Teamchefs auskommen.

Die UCI wies eine Petition gegen das Funkverbot kurzfristig ab und drohte sogar mit Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus der Tour. (ÜBERSICHT: Wo liegen die Favoriten?)

Nicht einmal den Kompromiss, dass nur zwei Profis pro Team mit Funk fahren dürfen, akzeptierte die UCI.

Niermann und Armstrong mit Humor

Die Fahrer nahmen das Funkloch teilweise mit Humor. Der Hannoveraner Grischa Niermann erschien mit Antenne am Helm zum Start, Lance Armstrong stellte ein Foto seines Funkgeräts ins Internet. Darunter stand: "Ruhe in Frieden."

Auch auf der 13. Etappe am Freitag von Vittel nach Colmar ist zwischen den Teamchefs und Fahrern jeglicher Funkkontakt untersagt. Mit dieser Entscheidung will die UCI das Rennen spannender machen, nachdem es in der Vergangenheit Kritik gegeben hatte, dass das Geschehen zu sehr von Taktik geprägt somit vorhersehbar sei.

Alledings haben die Teams am Dienstagnachmittag angeboten, auf der letzten Etappe nach Paris ohne Funk zu fahren, wenn die Walkie Talkies auf dem Weg nach Colmar doch benutzt werden dürfen.

Sport1.de hat weitere Nachrichten von der Tour de France zusammengefasst:

Wiederwahl von McQuaid sicher

Für Pat McQuaid ist der Weg für eine zweite Amtszeit als Präsident der UCI frei. Der Ire ist bei den Wahlen auf dem UCI-Kongress Ende September der einzige Anwärter für die nächsten vier Jahre. Bis zur Frist am 27. Juni hatte sich kein Gegenkandidat gefunden.

"Es ist wahr, dass ich der einzige Kandidat bin. Aus dieser Sicht kann ich für die nächsten vier Jahre planen", sagte der nicht unumstrittene McQuaid dem Internetportal "Cyclingnews": "Es ist mein Wunsch, wiedergewählt zu werden, da es noch eine Menge zu tun gibt.

Amtszeit von Skandalen überschattet

Der frühere irische Straßenradmeister McQuaid hatte im September 2005 die Kampfabstimmung gegen den Spanier Gregorio Moreno gewonnen, die Nachfolge des Niederländers Hein Verbruggen angetreten und seitdem eine stürmische Zeit erlebt.

Zahlreiche Dopingskandale, angefangen von der Operacion Puerto über den entthronten Toursieger Floyd Landis bis hin zur Tour 2008 mit reihenweise positiven Fällen überschatteten seine Amtszeit. Auch der andauernde Streit zwischen der UCI und der Tour-Organisation ASO erreichte unter dem 59-Jährigen seinen Höhepunkt.

Unter McQuaid wurde aber auch der Anti-Dopingkampf im Radsport ernster genommen. So führte die UCI als erster Verband den Biologischen Pass ein. Im Juni wurden auf Grundlage dieser Ergebnisse erste Disziplinarverfahren gegen Fahrer eingeleitet. "Unsere Sportart kann im Anti-Doping-Kampf kaum mehr machen", sagte McQuaid.

Altstars auf dem Mont Ventoux

Fünf Tage vor der Tour de France führt ein Jedermann-Rennen mit 9500 Teilnehmern auf den Mont Ventoux. 124970(Die Höhen-Profile der Tour-Etappen)

Am Montag nehmen nicht nur Hobby-Radler, sondern auch Altstars wie Erik Zabel, Chris Boardman und Cedric Vasseur den Riesen der Provence in Angriff. Eine Chance auf den Sieg haben sie wohl kaum.

Flut an Fragen für Contador

Alberto Contador musste ein wahre Flut an Fragen bezüglich seiner Beziehung zu Lance Armstrong über sich ergehen lassen.

Bei einem Pressetermin am ersten Ruhetag bezogen sich 14 der 18 Fragen direkt oder indirekt auf die Rivalität zwischen dem spanischen Kletterkünstler und dem siebenmaligen Toursieger aus den USA.

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