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Cavendish (2.v.l.) lässt Farrar (r.) und Ciolek (l.) keine Chance © getty

Mark Cavendish gewinnt auch die elfte Etappe der 96. Tour de France und feiert damit bereits seinen vierten Etappensieg.

Saint-Fargeau - Nach der beeindruckenden One-Man-Show von Sprintkönig Mark Cavendish folgte der Ritterschlag durch seinen Mentor Erik Zabel.

"Er ist der beste Sprinter der Welt. Für sein Alter ist er schon viel weiter als ich es war", schwärmte der frühere Vize-Weltmeister von seinem Schützling in höchsten Tönen.

Wenige Minuten zuvor hatte der Brite mit seinem vierten Etappensieg bei der 96. Tour de France die Konkurrenz erneut gedemütigt und das Grüne Trikot des Punktbesten wieder an sich gerissen.

"Mark besitzt am Ende halt den Punch"

"Navigator" Zabel, der den Zielsprint für Cavendish stets genau inspiziert und letzte Tipps gibt, schaute im Zielbereich nervös auf den Fernseher.

Aber schon 200 Meter vor dem Ziel machte sich ein Lächeln im Gesicht des früheren Sprintstars breit, als Cavendish am Ende der elften Etappe über 192 km von Vatan nach Saint-Fargeau seine Rivalen Tyler Farrar (USA) und Jauheni Hutarowitsch (Weißrussland) klar distanziert hatte. 129364(Die Bilder der 11. Etappe)

Für Milram-Sprinter Gerald Ciolek als bestem Deutschen blieb nur Platz sieben und die bittere Erkenntnis, gegen Cavendish chancenlos zu sein.

"Mark ist schwer zu knacken. Sein Team hat den Sprint wieder perfekt vorbereitet und Mark besitzt am Ende halt den Punch", sagte der Pulheimer.

Englischer Rekord eingestellt

Durch den insgesamt achten Tour-Etappensieg seiner Karriere stellte Cavendish den 34 Jahre alten Rekord seines Landsmannes Barry Hoban ein, und allmählich nimmt der schnelle Brite auch die Tour-Rekordlisten ins Visier.

"Irgendwann wird Cavendish sicher wieder einen Sprint verlieren, aber hoffentlich erst in zwölf Tagen", meinte Sportdirektor Rolf Aldag.

Nocentini verteidigt Gelb

An der Spitze des Gesamtklassements blieb alles beim Alten (ÜBERSICHT: Wo liegen die Favoriten?).

Der italienische Außenseiter Rinaldo Nocentini verteidigte zum vierten Mal in Folge das Gelbe Trikot des Gesamtersten erfolgreich und liegt weiter sechs Sekunden vor dem spanischen Topfavoriten Alberto Contador und weitere zwei vor dem siebenmaligen Tour-Champion Lance Armstrong.

Martin nach Jury-Entscheid Siebter

Der deutsche Youngster Tony Martin weist weiter einen Rückstand von einer Minute auf und trägt auch am Donnerstag das Weiße Trikot des besten Nachwuchsprofis.

Allerdings rutschte der 24-Jährige durch eine Jury-Entscheidung wieder zurück auf den siebten Gesamtrang.

Bradley Wiggins, der am Dienstag durch einen Sturz auf dem letzten Kilometer 15 Sekunden eingebüßt hatte, wurde die Zeit wieder gutgeschrieben und rückte damit auf den 16. Platz vor.

Grün erobert - Armstrongs Marke im Visier

Die elfte Etappe stand wieder einmal ganz im Zeichen von Columbia und Cavendish, der mit 44 Profisiegen auch erfolgreichster britischer Radprofi aller Zeiten ist.

Wie im Vorjahr steht der Top-Sprinter nun schon bei vier Etappensiegen und schickt sich an, die nächsthöhere Stufe (5 Siege von Armstrong 2004) zu meistern.

Den Rekord halten Charles Pelissier (1930), Merckx (1970/74) und Freddy Maertens (1976) mit je acht Etappensiegen in einer Rundfahrt.

Van Summeren und Sapa kurz vor Ziel gestellt

Mit seinem Triumph übernahm Cavendish auch wieder das Grüne Trikot des Sprintbesten von Hushovd. Der Brite weist nun 176 Punkte auf, Hushovd steht bei 169.

Bevor es zum Finish kam, bestimmten erst einmal die beiden Ausreißer Johan van Summeren (Belgien) und Marcin Sapa (Polen) das Geschehen.

Das Duo ergriff nach 24 km die Flucht und fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von 4:15 Minuten heraus. Fünf km vor dem Ziel wurden beide aber wieder eingeholt.

Entscheidung über Funkverbot

Unterdessen ist im Streit über das Funkverbot eine Entscheidung in Sicht (Funkverbot soll aufgehoben werden).

Nachdem am Dienstag die Fahrer ohne Funkverbindung ins Rennen gegangen waren und dies mit einer Bummelfahrt quittierten, will der Radsport-Weltverband am Donnerstag eine Entscheidung hinsichtlich der Etappe nach Colmar treffen.

Auf der Fahrt durch die Vogesen am Freitag war ursprünglich auch das Funkverbot vorgesehen. Die UCI versprach sich damit ein weniger von Taktik geprägtes Renngeschehen.

Die Rechnung war allerdings nicht aufgegangen.

Sechs kleine Bergwertungen am Donnerstag

Am Donnerstag könnte Cavendish seinen fünften Sieg folgen lassen.

Allerdings ist der Streckenverlauf nicht gar so flach wie auf den letzten beiden Etappen 124970(Die Höhen-Profile der Tour-Etappen).

Auf dem 211,5 km langen Teilstück sind fünf Berge der vierten und einer der dritten Kategorie zu bewältigen.

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