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Lance Armstrong hat bislang sieben Mal die Tour de France gewonnen © AFP

Der Tour-Rekordsieger kann die Kritik an einer verzögerten Kontrolle nicht verstehen. Zwei andere Profis sind positiv auf CERA.

Colmar - Zwei positive Spanier und ein verärgerter Lance Armstrong:

Trotz der bisher ruhigen Tour de France schreibt der Radsport weiterhin Doping-Schlagzeilen. (ÜBERSICHT: Wo liegen die Favoriten?)

Während die derzeit nicht bei der Tour startenden Indigo Landaluze und Riccardo Serrano mit dem Blutdopingmittel Cera erwischt wurden, platzte dem Rekordsieger aufgrund der andauernden Kritik wegen einer verzögerten Kontrolle der Kragen.

"Das ist lächerlich. Genug ist genug. Wir sind als Team schon lange zusammen und hatten nie einen positiven Test", sagte Armstrong.

Vier Fahrern des Astana-Teams, unter ihnen Armstrong, waren am vergangenen Samstag um 6 Uhr morgens vor der Bergetappe nach St. Girons zum Dopingtest gebeten worden. Angeblich haben die Profis die Kontrolleure 55 Minuten warten lassen. Astana-Leute sollen den Tester sogar noch zu einer Tasse Kaffee eingeladen haben.

Kritik von Bordry und Bachelot

Pierre Bordry, Präsident der französischen Anti-Doping-Agentur ALFD, hatte daraufhin behauptet, dass Armstrongs Astana-Team von den Kontrolleuren bevorzugt behandelt werde. Frankreichs Sportministerin Roselyne Bachelot pochte darauf, dass solch ein Vorfall nicht nochmal passiere.

Armstrong versteht die Aufregung jedoch überhaupt nicht. "Es gibt da auch einen menschlichen Aspekt. Das ist die Tour de France und da kann man einen Fahrer am Tag einer Bergetappe nicht um 6 Uhr wecken", sagte der Texaner. Für den 37-Jährigen haben vor allem Bachelots Äußerungen einen rein politischen Hintergrund.

Landaluze und Serrano gesperrt

Ganz andere Sorgen dürften Landaluze und Serrano haben, denen eine zweijährige Sperre droht. Wie der Weltverband UCI mitteilte, wurden die beiden Spanier wegen Dopings mit dem Epo-Nachfolger Cera vorläufig gesperrt.

Die in zwei A-Proben überführten Fahrer sind bis zu ihrer Anhörung vor dem spanischen Radsport-Verband suspendiert und haben nun das Recht, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Weitere Angaben machte die UCI unter Berufung auf das schwebende Verfahren nicht.

Mehrfach positiv auf CERA

Euskaltel-Profi Landaluze wurde erst während der Dauphine Libere am 7. Juni und dann in einer Trainingskontrolle neun Tage später überführt.

Bei Serrano, der zu den fünf Fahrern gehört, die bereits Mitte Juni durch den UCI-Blutpass des Dopings überführt worden waren, wurde Cera während der Tour de Suisse am 13. Juni nachgewiesen. Einen weiteren Positivtest gab es vor dem Giro d'Italia am 7. Mai, dort wurde allerdings keine B-Probe genommen.

Obwohl die Gegenprobe bei dem Mai-Test fehle, glaube die UCI daran, das auch diese Kontrolle beweiskräftig genug für einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln ist. Die Unterlagen werden ebenfalls an den spanischen Radsport-Verband weitergeleitet, der sowohl bei Serrano als auch bei Landaluze über eine Sperre entscheiden muss.

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