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Andreas Klöden gewann 2000 die Olympische Bronzemedaille im Straßenrennen © getty

Der Astana-Profi bricht sein Schweigen. Wolfgang Schäuble kritisiert ARD und ZDF und ein belgischer Sprintstar steigt vom Rad.

Verbier - Andreas Klöden hat sein Schweigen mit einem Rundumschlag gegen die deutschen Medien gebrochen, Aufklärung zu den Dopingvorwürfen blieb er jedoch erneut schuldig.

"In Deutschland ist so viel über mich ohne einen einzigen Beweis geschrieben worden. Ich spreche nicht mehr mit Journalisten aus meinem Land und lese nicht, was sie schreiben", sagte Klöden der Sporttageszeitung "L'Equipe". Er habe so ein ruhiges Leben.

Zu seiner Verwicklung in die Dopingmachenschaften in der Uniklinik Freiburg wollte der gebürtige Sachse lieber nichts sagen. Klöden stimmte dem Interview mit dem Tour-Organ nur unter der Bedingung zu, dass keine Fragen zum Thema Freiburg gestellt werden.

Dabei hatten sowohl sein Ex-Teamkollege Patrik Sinkewitz als auch dessen ehemalige Freundin ausgesagt, zusammen mit Klöden und Matthias Kessler am 2. Juli 2006 vor dem Start der Tour de France zum Blutdoping nach Freiburg gefahren zu sein.

Den deutschen Radsport wähnt der 34-Jährige wieder im Aufschwung: "Wenn einige gedacht haben, der Radsport sei tot und man müsse die Tour de France nicht mehr übertragen, dann kriegen sie dafür bald die Quittung."

Sport1.de hat weitere Nachrichten von der Tour zusammengefasst:

Hassler nicht zur WM

Trotz intensiven Werbens hat Tour-Etappensieger Heinrich Haussler dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die Weltmeisterschaften eine Absage erteilt.

"Die WM ist kein Rennen für mich. In diesem Jahr fahre ich sie nicht und im nächsten wohl auch nicht", sagte Haussler.

BDR-Präsident Rudolf Scharping hatte zuvor erklärt, dass der Cervelo-Profi aus Freiburg zum erweiterten WM-Kader gehöre.

Die Titelkämpfe finden in diesem Jahr vom 23. bis 27. September in Mendrisio/Schweiz statt.

Motorradfahrer wohl unschuldig

Nach dem tragischen Tod einer Zuschauerin auf der 14. Etappe der Tour de France liegt laut der ersten Ermittlungen wohl kein Verschulden des Polizisten auf dem Motorrad vor.

Die Untersuchungen würden kein Fehlverhalten des Motorradfahrers zeigen. Die Unvernunft des Opfers sei wohl die Ursache für das Drama gewesen, sagte Alexandre Chevrier, stellvertretender Staatsanwalt in Mülhausen.

Unterdessen haben die 163 Fahrer vor dem Start der 15. Etappe im Gedeken an das gestrige Opfer eine Schweigeminute abgehalten.

Schäuble kritisiert ARD und ZDF

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen wegen seiner Berichterstattung von der Tour de France aufs Heftigste kritisiert.

"Ich finde es als Sportfan unglaublich, dass ARD und ZDF immer noch stundenlang übertragen und in der Tagesschau Etappenberichte wie einst gesendet werden", sagte der CDU-Politiker in einem Interview mit dem "Berliner Tagesspiegel"

Er habe nicht das Gefühl, dass sich der Profiradsport ernsthaft ändere und das Dopingproblem in den Griff bekomme. "Dieser Sport ist in einer Strukturkrise, die noch viele Jahre anhalten wird", meinte Schäuble.

Schäuble meinte, früher sei er Ex-Tour-Sieger Jan Ullrich "ganz unvoreingenommen" begegnet: "Heute weigere ich mich, die Tour de France anzuschauen."

Boonen steigt aus

Der belgische Radstar Tom Boonen ist vor der 15. Etappe der Tour de France am Sonntag wegen einer akuten Erkrankung ausgestiegen.

In der Nacht habe der Ex-Weltmeister mit Fieber und Übelkeit zu kämpfen gehabt, teilte sein Rennstall Quick Step am Sonntag offiziell mit.

Der 28 Jahre alte Sprint-Spezialist hatte seine Teilnahme an der Frankreich-Rundfahrt erst kurz vor dem Tour-Start am Sportgericht des französischen Olympia-Komitees (CNOSF) erstritten.

Der Tour-Veranstalter ASO hatte Boonen den Start zuvor verweigert, da der Paris-Roubaix-Sieger Ende April zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres positiv auf Kokain getestet worden war.

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