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Hans-Michael Holczer trat im Oktober 2008 als Teamchef des Teams Gerolsteiner zurück © getty

Der ehemalige Gerolsteiner-Teamchef will die Namen der verdächtigen Fahrer und will dafür notfalls auch vor Gericht gehen.

Le Grand-Bornand - Nach den Dopingvorwürfen gegen weitere Fahrer des ehemaligen Gerolsteiner-Teams hat der frühere Teamchef Hans-Michael Holczer erste rechtliche Schritte eingeleitet.

"Ich habe meinen Anwalt direkt aus dem Auto in Frankreich beauftragt, Herrn Matschiner anzuschreiben. Er soll die Namen nennen, die er weiß, auch wenn er sie nicht belegen kann", sagte Holczer.

Stefan Matschiner, der frühere Manager von Dopingsünder Bernhard Kohl, hatte im "ORF"-Interview behauptet, dass sowohl er als auch sein Schützling Dopingmittel an andere Gerolsteiner-Fahrer weitergegeben haben.

Auch Deutscher Fahrer betroffen?

Darunter sei mindestens ein deutscher Fahrer gewesen. Diesem habe Kohl die Präparate 2007 während der Tour und 2008 übergeben.

"Da war ich indirekt involviert, habe also keinen Zeugen", sagte Matschiner.

Belegen könne er aber die Übergabe von Dopingmitteln an einen weiteren Gerolsteiner-Profi.

"Einer meiner Mitarbeiter traf sich mit ihm in Rosenheim und überreichte ihm zwei Schachteln Dynepo. Ich habe also einen Zeugen. Er kann das belegen", sagte Matschiner, der den Namen des "noch aktiven Profis" nicht nennen wollte.

"Für die deutschen Behörden dürfte es interessant sein, sich mit ihm zu unterhalten. Solange es aber keine Namen gibt, ist alles wertlos", sagte Holczer weiter.

Sport1.de hat weitere Nachrichten von der Tour zusammengefasst:

Kein Ullrich-Comeback

Der frühere Toursieger Jan Ullrich hat ein Comeback kategorisch ausgeschlossen.

"In den Profi-Radsport kehre ich nicht mehr zurück. Ich bereue nicht, dass ich nicht mehr fahre", sagte Ullrich in einem "Eurosport"-Interview. Der 35-Jährige hatte im Februar 2007 im Zuge der Doping-Anschuldigungen gegen ihn seinen Rücktritt erklärt.

Seinem früheren Dauer-Rivalen Lance Armstrong sprach der Wahl-Schweizer unterdessen ein großes Lob aus.

"Lance hat großen Respekt und Bewunderung verdient. Er kommt nach vier Jahren zurück und ist Zweiter der Gesamtwertung. Das Comeback gibt der Szene Licht", meinte Ullrich, der Armstrong durchaus zutraut, die Tour noch zu gewinnen.

Armstrong 2010 mit eigenem Team?

Das "Team Armstrong" nimmt konkrete Formen an. Mit millionenschweren Sponsoren, seinem kongenialen Partner Johan Bruyneel und neuem Ehrgeiz will der siebenmalige Toursieger Lance Armstrong die Radsport-Welt ein zweites Mal aus den Angeln heben.

"Ich komme 2010 zu hundert Prozent wieder und werde besser sein. Dieses Mal war es schwierig, aber nächstes Jahr wird es eine andere Geschichte sein", sagte der Texaner und kündigte vollmundig den nächsten Angriff auf den Tour-Thron an.

Wenn Armstrong 2010 nach Frankreich zurückkommt, wird er in einem eigenen Team an den Start gehen. Der erste Geldgeber ist bereits gefunden. "Am Donnerstag wird es eine coole Mitteilung geben", meinte der 37-Jährige über sein Sprachrohr Twitter. Zuletzt kursierten die Namen des Sportartikelherstellers Nike, des Software-Unternehmens Oracle und des Fahrradherstellers Trek. Vermutlich dürfte auch seine Krebsstiftung mit im Boot sein.

Zaungast Sarkozy

Die Königsetappe der 96. Tour de France ließ sich der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy nicht nehmen. Der Armstrong-Fan verfolgte das Renngeschehen im Auto von Tourchef Christian Prudhomme live mit. Sarkozy stattet der Tour jedes Jahr einen Besuch ab.

Rote Laterne

Der Kampf um die Rote Laterne ist wieder offen. Nach dem Ausstieg des Niederländers Kenny van Hummel, der mit über einer dreiviertel Stunde Rückstand auf den Vorletzten abgeschlagen war, bildet nun der Weißrusse Jauheni Hutarowitsch das Schlusslicht der Tour.

Aber "nur" 13 Minuten besser ist der Niederländer Steven de Jong. Auch der Münchner Andreas Klier, der 23 Minuten vor Hutarowitsch liegt, hat noch gute Chancen auf die in den letzten Jahren immer beliebter gewordene Trophäe.

Grüner Fleck

Mark Cavendish hat sich mal wieder als schlechter Verlierer gezeigt. Der als arrogant geltende Brite hat sich Thor Hushovd vorgeknöpft, nachdem Cavendish durch den Protest des Norwegers auf der 14. Etappe an das Ende des Feldes zurückversetzt worden war.

"Du hast das Grüne Trikot, aber es wird immer einen Fleck haben", sagte der Sprinter. Hushovd zeigte sich davon unbeeindruckt, holte sich auf der Königsetappe die beiden Zwischensprints und liegt nun 30 Punkte vor Cavendish.

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