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Quälte sich bereits 2004 auf den "Berg des Schreckens": Lance Armstrong © getty

Der Amerikaner ist bereit für seinen "alten Freund Mont Ventoux". Auch Contador weiß, das die Entscheidung erst noch bevorsteht.

Aubenas - Showdown am "Berg des Schreckens": Wenn die Tour de France heute erstmals nach sieben Jahren wieder den berühmt-berüchtigten "Riesen der Provence" ansteuert, ist ein offener Schlagabtausch garantiert.

"Mein alter Freund Mont Ventoux. Dort wird es Krieg geben", prophezeit Lance Armstrong und redet geradezu ehrfürchtig von dem Schicksalsberg.

Auch der bislang so überragende Kletterkönig Alberto Contador will nicht eher vom Toursieg sprechen, bis er nicht die Wetterstation auf dem Gipfel erreicht hat: "Ich darf mir keinen Fehler erlauben."

Das Drama von 1967

Kein Berg der Welt flößt den Radsportlern derart viel Respekt ein.

Mont Ventoux, 1912 Meter hoch, Rampen mit bis zu 15 Prozent Steigung und mit einem düsteren Kapitel der Radsport-Geschichte behaftet (Zum Artikel: 20. Etappe: Montelimar - Mont Ventoux).

Man schrieb den 13. Juli 1967, als sich eines der größten Dramen der Tour-Geschichte abspielte.

Mit einem Mix aus Amphetaminen und Alkohol vollgepumpt nahm der Brite Tom Simpson bei Temperaturen von über 40 Grad in der Favoritengruppe den Berg in Angriff.

Gedenkstein für Simpson

Drei Kilometer vor dem Ziel, als die Baumgrenze längst erreicht war, fuhr der entkräftete Brite plötzlich in Schlangenlinien, ehe er schließlich zu Fall kam.

"Weiter, weiter, weiter", forderte Simpson. Ein Zuschauer setzte ihn wieder auf das Rad. Der Brite quälte sich im Zickzack-Kurs noch einen Kilometer durch die beängstigende Mondlandschaft, ehe er erneut vom Rad fiel.

Diesmal waren alle Bemühungen vergeblich, im Krankenhaus von Avignon starb er. Heute steht 1,5 Kilometer vor dem Ziel ein Gedenkstein für Simpson.

Entscheidung am Mont Ventoux

Die Radprofis werden bei der Vorbeifahrt stets an das Drama erinnert, auch am Samstag.

Dann aber soll der Sport die Schlagzeilen schreiben, so will es die Tour-Organisation ASO. Erstmals in der Tour-Geschichte fällt die Entscheidung am Ventoux (Zum Artikel: .

Unter normalen Umständen dürfte Contador auf dem 21,1 km langen Anstieg den Toursieg nicht mehr aus den Händen geben.

4:11 Minuten beträgt der Vorsprung des Spaniers auf den Luxemburger Andy Schleck.

Dahinter ist das Tour-Podium hart umkämpft. Armstrong, Bradley Wiggins, Andreas Klöden und Frank Schleck liegen allesamt innerhalb von 1:48 Minuten.

Armstrong fehlt noch der Sieg am Ventoux

"Wir werden angreifen und alles riskieren. Wir sind bis in die Haarspitzen motiviert. Ich denke, wir können ein ähnliches Szenario erleben wie auf dem Weg nach Le Grand-Bornand", sagt Andy Schleck und hofft mit seinem Bruder in Paris auf dem Podium zu stehen.

Armstrong, der bei der Tour fast alles gewann, fehlt noch ein Sieg am Ventoux.

Im Jahr 2000 erreichte der Amerikaner hinter dem inzwischen verstorbenen Marco Pantani als Zweiter das Ziel. Den letzten Sieg am Schicksalsberg feierte vor sieben Jahren der Franzose Richard Virenque.

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