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Contador (r.) lässt sich von Andy Schleck nicht abhängen und gewinnt damit die Tour 2009 © getty

Auf den letzten Meter zum Mont Ventoux schnappt Juan Garate Tony Martin den Sieg weg. Die Favoriten geben sich keine Blöße.

Mont Ventoux - Tony Martin hat den ersten deutschen Triumph auf dem Mythos Mont Ventoux hauchdünn verpasst, Alberto Contador steht als designierter Sieger der Tour de France fest.

Der 24-jährige Martin verlor den Schlussspurt auf dem Riesen der Provence gegen seinen spanischen Fluchtgefährten Juan Manuel Garate (Rabobank).

Contador wurde hinter Andy Schleck Vierter und verteidigte seine Gesamtführung vor dem Luxemburger 132798(DIASHOW: Die Bilder der 20. Etappe).

Lance Armstrong (USA/Astana) belegte auf der Etappe den fünften Platz und wird am Sonntag als Gesamtdritter vier Jahre nach seinem Rücktritt wieder auf dem Podest der Tour de France stehen.

Armstrong stellt eine Bestmarke ein

Für den 37 Jahre alten Texaner ist es die achte Podestplatzierung der Karriere, damit stellte er die Bestmarke des Franzosen Raymond Poulidor ein.

Contador ist der zweite Toursieg seiner Karriere nur noch durch einen schweren Sturz auf der Schlussetappe nach Paris zu nehmen.

"Schade, ich kannte die Zieleinfahrt nicht. Es waren auch keine Meterangaben aufgestellt. Wenn ich gewusst hätte, dass das Ziel direkt nach der Kurve kommt, hätte ich auch gewinnen können", sagte Martin.

Wind und Hitze auf der Mondlandschaft

Auf der von hunderttausenden Fans am Straßenrand gesäumten Etappe hatte sich eine 16-köpfige Gruppe um Tony Martin (Eschborn/Columbia) kurz nach dem Start in Montelimar abgesetzt und die 167 Kilometer allein in Angriff genommen.

Der bis zu 110 Stundenkilometer schnelle Mistralwind und die Hitze der Provence machten den Fahrern auch diesmal wieder in der Mondlandschaft Ventoux zu schaffen.

Keiner der Favoriten kann sich absetzen

Auch Armstrong bekam die ganze Härte des Ventoux zu spüren (Zum Artikel: Armstrong: "Es wird Krieg geben").

Er hatte schon vor der Etappe offenbart, dass er keine guten Erinnerungen an den 1912 Meter hohen Berg im heißen Süden Frankreichs hat. "Wir sind alte Freunde, aber wir sind nicht immer miteinander klar gekommen. Ich war zweimal nur Zweiter", sagte der Texaner.

Dieses Mal war der 37-Jährige mit Platz fünf hoch zufrieden, schließlich verteidigte er dadurch seinen Podiumsplatz.

Seine direkten Konkurrenten Bradley Wiggins (Großbritannien/Garmin), Andreas Klöden (Cottbus/Astana) und Frank Schleck (Luxemburg/Saxo Bank) schafften es nicht, den Amerikaner zu distanzieren.

Armstrong will nächstes Jahr stärker sein

Im kommenden Jahr will Armstrong mit seinem neuen Team RadioShack (Zum Artikel: Armstrong startet für US-Team) einen erneuten Angriff auf den achten Toursieg wagen.

Mit einem Renn-Jahr in den Beinen werde er stärker sein als bei seinem Comeback, ließ er verlauten.

Sein Rivale Contador wird sicherlich nicht in seinem neuen Team fahren. Der Spanier bleibt entweder bei Astana oder wechselt in seine Heimat.

Contador im Team von Fernando Alonso?

Sowohl ein Transfer zu Caisse d'Epargne oder ein Jahr später in das neu zu gründende Team des zweimalige Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso, ein enger Freund Contadors, stehen zur Debatte.

Auf der letzten Etappe herrscht am Sonntag traditionell eine Nicht-Angriffspakt zwischen den Favoriten.

Contador könnte auf den 164 km zwischen Montereau-Fault-Yonne und den Champs Elysees in Paris nur noch ein schwerer Sturz vom Toursieg abhalten.

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