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Armstrong (l.) gewann sieben Mal die Tour, Contador zum zweiten Mal © getty

Der Amerikaner reagiert gereizt auf Contadors Aussagen und holt zum Gegenschlag aus: "Hey Pistolero, Du musst noch viel lernen."

München - Die Tour ist gelaufen (Contador auf dem Tour-Thron), doch der Streit zwischen Lance Armstrong und Alberto Contador geht weiter.

"Hey Pistolero, es gibt kein Ich in einem Team. Was hatte ich im März gesagt? Du musst noch viel lernen", sagte Armstrong. Wenn er Contador wäre, "dann würde ich das Geschwafel lassen und meinem Team danken. Ohne Team gewinnt er nicht."

Eine Pressekonferenz des spanischen Toursiegers in Madrid hatte Armstrong im Bahamas-Urlaub auf die Palme gebracht ("König" Contador beerbt den Boss).

"Habe Armstrong nie bewundert"

Contador hatte gegen den Texaner in der spanischen Hauptstadt verbal nachgetreten.

"Meine Beziehung zu Lance ist nicht existent. Auch wenn er ein großer Champion ist, habe ich ihn als Person nie bewundert und werde es nie tun", sagte der 26-Jährige. Die schwersten Tage bei der Tour habe er im Hotel gehabt. Die Situation sei angespannt und schwierig gewesen.

Kopfschütteln bei Bruyneel

Astana-Chef Johan Bruyneel reagierte auf Contadors Aussagen ebenfalls mit Kopfschütteln. "Manchmal ist es besser, man ist still, als zu sprechen und alle Zweifel zu beseitigen", sagte der Belgier.

Bruyneel ist Armstrongs Mentor und wird aller Voraussicht nach mit dem Amerikaner zum neuen Team RadioShack wechseln.

Contador, obwohl bei Bruyneel noch bis 2010 unter Vertrag, will seinen eigenen Weg gehen: "Ich will in einem Team sein, dass hundert Prozent für mich fährt."

Contador spielt Rivalität herunter

Während der Frankreich-Rundfahrt hatten sich Contador und Armstrong ein Gerangel um die Kapitänsrolle im Team geliefert. Erst nachdem der 26-jährige Spanier das Gelbe Trikot übernommen hatte, stellte sich sein elf Jahre älterer Widersacher als Helfer zur Verfügung (Das Abschluss-Ranking).

Dabei hatte Contador die Rivalität stets heruntergespielt. Alles werde von den Medien übertrieben.

Verzicht auf Siegesfeier

Zum Ende der Tour eskalierte die Situation im Team jedoch. Nach der vorletzten Etappe auf den Mont Ventoux verzichtete Armstrong auf die Feier des designierten Toursiegers Contador im Team-Hotel.

Stattdessen traf sich der Ex-Weltmeister lieber mit Sponsoren auf ein Glas Wein und verbreitete dies genüsslich über den Nachrichtendienst Twitter.

Flüchtiger Händedruck, mehr nicht

Einen Tag später waren die persönlichen Schwierigkeiten zwischen beiden Spitzenfahrern des Astana-Teams auch bei der Siegerehrung in Paris deutlich geworden.

Der drittplatzierte Armstrong gratulierte Contador auf dem Podium lediglich mit einem flüchtigen Händedruck und würdigte ihn ansonsten keines Blickes (133184DIASHOW: Die Bilder der 21. Etappe).

Merckx: Contador fehlt der Respekt

Am Dienstag verbreitete Armstrong einen Kommentar seines Freundes Axel Merckx: "Ein Champion wird auch daran gemessen, wie viel Respekt er seinem Team und seinem Gegner zollt. Man kann ein Rennen selbst gewinnen, nicht aber eine große Rundfahrt."

Contadors nächster Punch steht noch aus - doch das ist wohl nur eine Frage der Zeit.

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