Lance Armstrong will auf die Radsport-Bühne zurückkehren. Für die skandalgebeutelte Sportart ist das kein gutes Zeichen.

Radprofi Lance Armstrong plant sein Comeback.

Und weil der Amerikaner sich mit zweiten Plätzen im Laufe seiner Karriere noch nie gerne abgefunden hat, will er sich dabei mit weniger als dem achten Sieg bei der Tour de France gar nicht erst abfinden.

Die Meldung elektrisiert die Radsport-Branche.

Und es wird gewiss interessant sein zu beobachten, wie der demnächst 37-Jährige sein Projekt Nr. 8 angeht - das bisher fehlende Team wird sich für den prominenten Rückkehrer schon finden.

Eine gute Nachricht für seine Sportart sind die Rückkehr-Pläne des dominanten US-Amerikaners allerdings nicht.

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Nicht nur in Deutschland steckt der Radsport in einer tiefen Krise, auch in anderen Ländern wenden sich Sponsoren und Medien ab.

Der Grund ist stets derselbe: die vielen Dopingskandale haben die Glaubwürdigkeit der Branche zu Staub zermalen.

Und was gibt das für ein Signal ab, wenn nun in Armstrong ein Großmeister des schmutzigen Radsports wieder in den Rennsattel zurückkehren will?

Zeit seiner sagenhaften Karriere, die trotz des Weltmeister-Titels von 1993, erst nach Armstrongs Krebserkrankung ihren Anfang nahm, umgaben den Ehrgeizigen Dopinggerüchte.

Mehr als nur Indizien wurden nach dem Karriereende des US-Stars vor drei Jahren bekannt: In sechs, bei seinem ersten Toursieg im Jahr 1999 eingelagerten Urinproben wurden nachträglich Spuren des Blutdopingmittels EPO festgestellt.

Armstrong wurde nach seinem Abschied für das Vergehen nicht mehr belangt.

Auch frühere Wegbegleiter wie der ehemaligen US-Postal-Profi Frankie Andreu belasteten ihren einstigen Kapitän schwer - auch ihre Klage blieb folgenlos.

Jetzt will Armstrong ungeachtet der Verdächtigungen und Vorwürfe weiterradeln. Er hat sich bereits beim Kontroll-Programm der amerikanischen Anti-Doping-Agentur angemeldet.

Bestenfalls möchte man dem einstigen Dauerrivalen von Jan Ullrich zugute halten, dass er nun den Beweis antreten kann, dass Radsport auch sauber funktioniert.

Doch vermag einer wie Armstrong das alte Denken der Generation EPO wirklich zu überwinden, um womöglich im betagten Rennfahrer-Alter dem Feld hinterherzuradeln?

Die Zweifel überwiegen.

Den Egomanen Armstrong haben die Bedenken der Öffentlichkeit allerdings schon früher nie gestört.

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