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Andre Greipel holte 2008 einen Etappensieg beim Giro d'Italia © getty

Ex-Sprintstar Erik Zabel erntet Anerkennung als Berater bei Columbia. Greipel sei "der schnellste Mann" bei den Cyclassics.

Hamburg - Wenn am Sonntag die besten Radprofis bei den Cyclassics dem Zielstrich auf der Hamburger Mönckebergstraße entgegenrasen, hat Erik Zabel seine Arbeit schon getan.

Anders als in früheren Jahren, in denen der ehemalige Top-Sprinter meist selbst mit um den Sieg kämpfte, wird er das Finale des einzigen deutschen Pro-Tour-Rennens diesmal entspannt vom Begleitfahrzeug aus verfolgen.

Doch auch wenn er selbst nicht mehr in die Pedale tritt, hofft Zabel, hinterher Grund zum Jubeln zu haben.

Greipel einer der Top-Favoriten

Als Berater des Columbia-Rennstalls hat der 39-Jährige die jungen Sprinter des US-Teams auf das Rennen in der Hansestadt eingestellt.

Im Rostocker Andre Greipel hat die Mannschaft sogar einen der Top-Favoriten auf den Sieg in ihren Reihen.

"Andre ist der schnellste Mann im Feld. Wenn es zum Sprint einer großen Gruppe kommt, hat er alle Chancen, aufs Podium zu kommen", sagt Zabel.

Der gebürtige Berliner muss es wissen. 2001 gelang ihm selbst der Triumph auf der "Mö", 2006 erreichte er als Zweiter zum letzten Mal das Podium.

"Meine Aufgabe liegt in der Rennvorbereitung"

Nach seinem Karriereende vor dieser Saison heuerte Zabel beim Team des US-Milliardärs Bob Stapleton an und arbeitet seither an der Seite seines alten Telekom-Teamkollegen und Freundes Rolf Aldag in der sportlichen Leitung.

"Mit dem Training der Fahrer habe ich nichts zu tun, meine Aufgabe liegt in der Rennvorbereitung sowie der Analyse nach einem Wettkampf", erklärt er.

So studiert Zabel nach wichtigen Rennen gemeinsam mit seinen Schützlingen die Fernsehbilder der Sprints und überlegt, was zu verbessern ist.

Zabel hat Spaß an neuer Aufgabe

Während der diesjährigen Tour de France trieb das Team seine Sprintvorbereitung nahezu zur Perfektion, was in einem überlegenen Doppelsieg durch Mark Cavendish (Großbritannien) und Mark Renshaw (Australien) auf den Pariser Champs-Elysees gipfelte.

"Viele haben mir gesagt, dass sie sowas überhaupt noch nicht gesehen hätten", berichtet Zabel.

Unmittelbar vor den Cyclassics verlängerte der ehemalige Weltcupsieger seinen Vertrag bei Columbia um zwei Jahre bis Ende 2011. "Ich habe viel Spaß an dieser neuen Aufgabe", sagt er - und das, obwohl er dadurch mehr unterwegs ist als während seiner sportlichen Laufbahn.

Leidtragende sind Ehefrau Cordula und Sohn Rik, der selbst schon erfolgreicher Nachwuchsfahrer und deutscher U17-Meister auf der Bahn ist: "Dass ich weiter so viel weg bin, war eigentlich nicht geplant. Aber der Radsport ist mir eben immer noch sehr wichtig."

Kein Massensprint erwartet

Auch für Hamburg kann der Gewinner von sechs Grünen Trikots bei der Tour den Greipels und Co. noch den einen oder anderen Tipp geben. Schließlich ist die Endphase des Rennens durch die Überquerung des Wasebergs (300 m/16 Prozent Steigung) sowie die engen Straßen in der City durchaus knifflig.

Ein Massensprint ist daher nicht unbedingt vorprogrammiert. "Hamburg ist vom Profil her ein sehr faires Rennen, das allen Fahrertypen Siegchancen lässt", erklärt Zabel.

Auch er selbst verlor schon auf den letzten Kilometern den Anschluss, wenn eine Attacke die andere jagte.

Für sein Team wünscht sich der frühere Seriensieger daher ein Szenario wie in den letzten Jahren: "Mir wäre lieb, wenn sich alle Attacken neutralisieren und Andre im Massensprint ganz vorne landen kann." Und sollte Greipel ganz oben stehen, dürfte sich mit ihm auch Zabel ein bisschen als Sieger fühlen.

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