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Der Amerikaner Tyler Farrar gewann 2009 die dritte Etappe bei Tirreno-Adriatico © imago

Wieder kein deutscher Sieger in Hamburg: Gerald Ciolek kommt auf der "Mö" nicht mehr an den US-Amerikaner Tyler Farrar heran.

Hamburg - Die deutschen Rad-Asse haben den erhofften Heimsieg bei den Hamburger Cyclassics verpasst.

Beim letzten verbliebenen deutschen Pro-Tour-Rennen mussten die mitfavorisierten Sprintspezialisten Gerald Ciolek (Milram) als Dritter und der etwas weiter abgeschlagene Andre Greipel (Columbia) dem US-Amerikaner Tyler Farrar (Garmin) den Sieg überlassen.

Damit bleiben Jan Ullrich (1997) und Erik Zabel (2001) weiter die einzigen deutschen Sieger in der Hansestadt.

Farrar, der schon bei der diesjährigen Tour de France mehrfach unter die ersten drei gesprintet war, setzte sich im Massenspurt nach 216,4 km vor dem Dänen Matti Breschel (Saxo Bank) durch.

Ciolek hatte sich dagegen im Finale auf der Mönckebergstraße aus einer hinteren Position nach vorne kämpfen müssen und kam schließlich nicht mehr an den beiden vor ihm platzierten Fahrern vorbei.

"Endlich mal ganz oben"

"Ich bin von zwei sehr starken Sprintern geschlagen worden, das muss ich akzeptieren. Aber mit dem Platz auf dem Podium bin ich auch zufrieden, deshalb fühlt sich das Ergebnis nicht wie eine Niederlage an", sagte Ciolek, der damit in diesem Jahr weiter auf einen großen Erfolg wartet.

Farrar durfte sich hingegen über den größten Erfolg seiner Karriere freuen.

"Diese Saison lief schon sehr gut für mich, obwohl der ganz große Erfolg bis hierher ausgeblieben war. Nach den vielen zweiten Plätzen beim Giro und der Tour ist es toll, endlich mal ganz oben zu stehen", sagte der 25-Jährige.

Feld teilt sich in Blankenese

Nach einem Ausreißer-Sieg sah es zunächst aus, nachdem sich das Feld bei der vorletzten Überquerung des Wasebergs im Hamburger Nobelvorort Blankenese 27 km vor dem Ziel geteilt hatte.

Die besten Sprinter - darunter auch Ciolek und der von Erik Zabel vorab zum "schnellsten Mann" der Cyclassics erkorene Greipel - hatten dabei kurzzeitig den Anschluss an eine 30-köpfige Führungsgruppe verloren, ehe sie 10 km später wieder aufschließen konnten.

Bei der letzten Passage des 15 Prozent steilen Anstiegs konnte sich 15 km vor dem Ziel noch einmal ein Quartett absetzen, das kurz darauf aber ebenfalls wieder einholt wurde.

Ausreißer bis zu sieben Minuten voraus

Einen Großteil des Rennens hatte ein Ausreißer-Duo an der Spitze gelegen, das sich bereits 2 km nach dem Start vom Feld abgesetzt hatte.

Der Ukrainer Juri Kriwtsow (AG2R) und der Spanier Andres de Lis (Euskaltel) konnten zunächst schnell einen maximalen Vorsprung von sieben Minuten herausfahren, ehe die Arbeit der Verfolger Wirkung zeigte. (DATENCENTER: Termine und Ergebnisse)

43 km vor dem Ziel war ihre Flucht beendet und damit das Finale des wichtigsten deutschen Eintagesrennens eingeläutet.

Auch "Calli" im Sattel

Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen waren zuvor rund 22.000 Hobby-Radler in verschiedenen "Jedermann"-Klassen über Strecken von 55 bis 160 km durch die Elbmetropole und das Umland gefahren.

Unter den Prominenten, die sich in den Rennsattel schwangen, war unter anderem Ex-Fußballmanager Reiner Calmund.

Der frühere Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen bewältigte die 55-km-Distanz in 2:51:43 Stunden und war damit nur rund 17 Minuten langsamer als Ex-Radstar Zabel (2:34:59) - der allerdings in dieser Zeit die 100-km-Strecke absolvierte.

Nach dem Aus für die Deutschland-Tour Ende vergangenen Jahres ist Hamburg das letzte verbliebene Rennen der Top-Serie des Weltverbandes UCI auf deutschem Boden. Die Pro-Tour wird am kommenden Sonntag mit dem Grand Prix im französischen Plouay fortgesetzt.

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