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Auch als Konkurrenten (hier 2005) verstanden sich Lance Armstrong (l.) und Floyd Landis gut © getty

Der Rekord-Toursieger kann sich eine Verpflichtung des Ex-Weggefährten für sein neues Team vorstellen. Das passt ins Bild.

Von Matthias Becker

München - Lance Armstrong treibt die Vorbereitungen für sein neues Team RadioShack weiter mit aller Macht voran.

Schließlich will der Rekordsieger der Tour de France nach Platz drei bei seinem Comeback in diesem Jahr 2010 noch mal richtig angreifen.

Um dieses Ziel zu erreichen, scheut der immer wieder mit Dopingvorwürfen konfrontierte der US-Amerikaner offenbar nicht davor zurück, in die muffige Mottenkiste der eigenen Vergangenheit zu greifen.

Er hält es durchaus für denkbar, seinen Ex-Weggefährten Floyd Landis ins Boot zu holen.

"Ich will nichts ausschließen. Er ist ein großartiger Fahrer, eine unglaubliche Geschichte", sagte Armstrong dem Nachrichtendienst "Bloomberg" am Rande einer Konferenz seiner "Livestrong"-Stiftung in Dublin.

Tour-Sieg wegen Dopings aberkannt

Die "großartige Geschichte" von Landis geht aber so: Als Teamkollege von Armstrong verhalf der US-Amerikaner seinem Landsmann zu drei von dessen sieben Tour-Siegen.

2006 sah er sich nach einem schier unglaublichen Parforceritt selbst auf dem Gipfel der Tour de France angekommen und wurde als Gesamtsieger gefeiert.

Kurz darauf folgte die Ernüchterung und der Skandal: Landis wurde des Testosteron-Dopings überführt, für zwei Jahre gesperrt und bekam den Tour-Titel aberkannt.

Bis heute leugnet Landis allerdings, gedopt zu haben.

Lobeshymnen auf Bruyneel

Eine Verpflichtung von Landis würde in das Bild passen, dass Armstrongs Teamprojekt ohnehin schon abgibt. Der 37-Jährige will sich zum großen Teil mit alten Weggefährten umgeben.

Dazu gehört natürlich auch Johan Bruyneel. Der Belgier führte Armstrong zu seinen sieben Gesamtsiegen in Frankreich und war auch in diesem Jahr bei Astana wieder dessen sportlicher Leiter.

"Bruyneel ist ein Meister darin, Fahrer anzuwerben und das beste Team aufzubauen. Er wird dabei sein", erklärte Armstrong.

Astana will verhandeln

Sanften Widerstand gibt es dabei allerdings noch von Bruyneels bisherigem Team Astana, wo er noch einen Vertrag bis 2010 besitzt.

"Über seine Freigabe muss noch verhandelt werden. Das kann ein paar Tage dauern, eine Woche - oder auch länger", sagte Astana-Sprecher Philippe Maertens gegenüber "Bloomberg".

Auch Klöden ein Kandidat

Der kasachischen Equipe könnten darüber hinaus aber noch weitere Attacken von Seiten RadioShacks bevorstehen.

Armstrong erklärte, auch Andreas Klöden, Levi Leipheimer und Haimar Zubeldia seien Kandidaten für sein neues Team.

Armstrong mit Entwicklung zufrieden

Gerade die Verpflichtung des im Dopingskandal um die Freiburger Uni-Klinik schwer belasteten Klöden würde natürlich passen.

Armstrong ficht das alles jedoch nicht an. Er sieht den Radsport "auf dem richtigen Weg", die Skandale der Vergangenheit hinter sich zu lassen:

"Das ist gut für den Sport und gut fürs Event."

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