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Alejandro Valverde (29) gewinnt die Vuelta - 55 Sekunden vor Samuel Sanchez © imago

Der Spanier lässt auf der letzten Vuelta-Etappe nichts anbrennen. Greipel holt den Tagessieg - und tritt Zabels Erbe an.

Madrid - In Italien unerwünscht, in Spanien ein neuer Radsport-Held: Alejandro Valverde hat zum ersten Mal die Vuelta gewonnen und sich als nächster Dopingsünder einen großen Sieg gesichert.

Auf dem letzten Teilstück über 110 km von Rivas nach Madrid stahl ihm allerdings Andre Greipel die Show: (DATENCENTER: Die 21. Etappe).

Der Columbia-Profi sicherte sich im Massensprint seinen vierten Etappensieg und behielt damit das Grüne Trikot des Punktbesten bis ins Ziel.

Der zweimalige Vize-Weltmeister Valverde, in Italien gesperrt und bei der Tour de France in diesem Jahr deshalb nicht am Start, kürte sich zum Nachfolger von Alberto Contador.

Valverde mit Handy unterwegs

Damit steht er in einer Reihe mit ehemaligen Siegern wie Alexander Winokurow, Roberto Heras, Jan Ullrich oder Alex Zülle.

Bei der Zieleinfahrt auf der Plaza de Cibeles, wo sonst Real Madrid seine Fußball-Titel feiert, hatte Valverde in der Gesamtwertung 55 Sekunden Vorsprung auf Landsmann Samuel Sanchez.

Schon auf der Strecke hatte Valverde am Handy Glückwünsche entgegengenommen. (DATENCENTER: Vuelta-Gesamtwertung).

Deutsche schneiden gut ab

Andre Greipel hatte als fünfter deutscher bei der Spanien-Rundfahrt in der Punktwertung die Nase vorn. Vor ihm war das Rudi Altig (1962), Didi Thurau (1976), Uwe Raab (1990 und 1991) und Erik Zabel (2002 bis 2004) gelungen

"Das waren drei lange Wochen, aber ich hatte mir vorgenommen, heute zu gewinnen. Mein Dank geht an mein Team, dem ich diesen Sieg widme", sagte Greipel nach seinem Glanzauftritt.

Der Pulheimer Gerald Ciolek als Sieger der zweiten Etappe machte das gute deutsche Abschneiden bei der Spanien-Rundfahrt perfekt, auch wenn schwarz-rot-gold in der Gesamtwertung nur fernab der Top-Plätze zu finden war.

In Spanien der Star- in Italien gesperrt

Ganz oben war der 29 Jahre alte Valverde vom Team Caisse d'Epargne. Der war der unumstrittene Star in den drei Wochen zwischen dem niederländischen Assen und der spanischen Hauptstadt.

Auch für das Straßenrennen bei der am Dienstag beginnenden WM im Schweizer Mendrisio gilt Valverde als heißer Goldkandidat auf einem schweren Kurs.

Der Schatten über seinem Vuelta-Sieg aber ist groß. Etwas weiter östlich in Italien ist Valverde seit 11. Mai wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt.

Spanier mit Klage gegen Zweijahressperre

Das nationale Olympische Komitee CONI belegte Valverde mit einer Zweijahressperre, weil ihm die Ermittler mittels DNA-Abgleich einen Blutbeutel zugeordnet hatten, der in der Operacion Puerto sichergestellt worden war.

Weil die Frankreich-Rundfahrt in diesem Jahr knapp 90 Kilometer durch den Stiefel Europas führte, durfte Valverde nicht starten.

Abgeschlossen ist der Fall damit noch lange nicht. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte sich dem CONI-Spruch angeschlossen; Valverde legte vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS Klage ein.

Contador liebäugelt mit Wechsel zum Valverde-Team

Er bezweifelt die Zuständigkeit des CONI und fordert die Aufhebung der Sperre. Sollte der CAS Valverdes Sperre in Italien bestätigen, würde das aber wohl einer weltweiten Sperre gleichkommen.

Ebenfalls beim CAS anhängig sind im Fall Valverde Einsprüche vom Radsport-Weltverband UCI und der WADA, die die Einleitung eines Verfahrens durch den spanischen Verband fordern.

Valverdes Team bastelt ungeachtet dessen bereits an der Zukunft. Tour-Sieger Contador kann sich einen Wechsel zum Valverde-Team vorstellen.

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