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Die WM in der Schweiz beginnt mit den Junioren-Wettkämpfen © getty

Der deutsche Titelverteidiger im Zeitfahren will bei der Rad-WM eine Medaille. Beim Straßenrennen ist der Favorit dopingverdächtig.

Mendrisio - Diskussionen um einen "Hammer-Kurs", fehlende Topstars und ein dopingverdächtiger Titelfavorit:

Als letzter Höhepunkt der Radsport-Saison stehen die am Mittwoch beginnenden Straßen-Weltmeisterschaften in Mendrisio (Schweiz) unter schwierigen Vorzeichen.

Neben einer Reihe von Absagen wirft nicht zuletzt der Vuelta-Sieg des umstrittenen Spaniers Alejandro Valverde seinen Schatten auf die Titelkämpfe. (DATENCENTER: Vuelta-Gesamtwertung).

Ungeachtet dessen gehen die Starter des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) mit durchaus berechtigten Medaillen-Hoffnungen in die WM-Rennen.

Valverde Topfavorit

Während Valverde in Abwesenheit von Lance Armstrong (USA) und Toursieger Alberto Contador (Spanien) als Topfavorit für das schwere Straßenrennen am Sonntag durch die Tessiner Berge gilt, rechnen sich die BDR-Asse vor allem im Zeitfahren am Donnerstag Podiums-Chancen aus.

Im Kampf gegen die Uhr zählt besonders Titelverteidiger Bert Grabsch (Kreuzlingen/CH) zu den Favoriten. Daneben gehen auch die deutschen Frauen um die Routiniers Judith Arndt und Trixi Worrack sowie der männliche U-23-Nachwuchs aussichtsreich an den Start.

Grabsch hofft aufs Podium

Nach seinem Überraschungscoup im Vorjahr im nur wenige Kilometer entfernten Varese (Italien) hofft Grabsch in Mendrisio erneut auf einen Podestplatz.

"Mein Ziel ist klar: Ich will eine Medaille", sagt der 34-Jährige vom US-Team Columbia.

Seine gute Form stellte der deutsche Meister zuletzt bei der Spanien-Rundfahrt unter Beweis, wo er im ersten Zeitfahren vor zwei Wochen den dritten Platz belegte, ehe er mit Rücksicht auf seinen WM-Start vorzeitig aus der Vuelta ausstieg: "Mein Gefühl ist gut. Die Vorbereitung lief nach Plan."

Cancellara Favorit beim Zeitfahren

Während der Schweizer Ex-Weltmeister Fabian Cancellara bei seinem Heimspiel als erster Anwärter auf den Sieg gilt, schickt der BDR den Eschborner Tony Martin als zweites heißes Eisen auf die 49, 6-km-Strecke.

Der 24 Jahre alte Zeitfahrspezialist sorgte im Juli bei seinem Tour-Debüt für Furore, trug lange Zeit das weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers und verpasste als Zweiter der Etappe auf den Mont Ventoux nur knapp eine Sensation. 2008 belegte Martin bei der WM in Varese bereits einen starken siebten Platz.

Wohl keine Massenankunft

Dagegen dürfte im abschließenden Straßenrennen für die BDR-Starter kaum etwas zu holen sein.

Zwar stellte der Rostocker Andre Greipel mit vier Etappensiegen bei der Vuelta zuletzt seine bestechende Form im Sprint eindrucksvoll unter Beweis, allerdings dürfte der Kurs von Mendrisio zu schwer sein, als dass eine Massenankunft zu erwarten wäre.

Mit 262,2 km Länge und insgesamt 4655 Höhenmeter gilt die Strecke als anspruchsvollster WM-Kurs seit langem.

So könnten die starken Fahrer aus Spanien und Italien den Sieg wieder einmal unter sich ausmachen.

Negativschlagzeilen bei Valverde-Sieg vorprogrammiert

Die letzten vier großen Titel bei den drei zurückliegenden Weltmeisterschaften (dreimal italienische Sieger) sowie den Olympischen Spielen in Peking (Samuel Sanchez/Spanien) gingen allesamt an diese Nationen.

Sollte sich Favorit Valverde tatsächlich durchsetzen, sind die Negativschlagzeilen allerdings schon programmiert, denn der in Italien wegen Dopings gesperrte Vueltasieger beschäftigt derzeit den Internationalen Sportgerichtshof CAS.

Dieser will bis zum Jahresende klären, ob Valverde wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in die Operacion Puerto weltweit gesperrt werden soll.

U-23-Frauen bestreiten Auftakt

Den Auftakt der Titelkämpfe bestreiten am Mittwoch der U23-Nachwuchs sowie die Frauen mit ihren Zeitfahren.

Vor allem die BDR-Frauen waren in den vergangenen Jahren fast schon eine Medaillen-Bank - allen voran Judith Arndt, die auf einen WM-Titel im Straßenrennen sowie zwei zweite Plätze im Zeitfahren verweisen kann und in beiden Disziplinen wieder als Mitfavoritin gilt.

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