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Patrick Gretsch holt bei der WM das erste Edelmetall für Deutschland © imago

Die Straßenrad-WM in der Schweiz beginnt für den BDR mit einer Medaille. Große Ambitionen haben Bert Grabsch und Tony Martin.

Mendrisio - Dem erfolgreichen Auftakt der U-23-Fahrer folgte die Enttäuschung bei den Frauen: Zum Start der Straßenrad-WM in der Schweiz konnte nur der Zeitfahr-Nachwuchs die deutschen Medaillenhoffnungen erfüllen.

Während der Erfurter Patrick Gretsch dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) im ersten Wettbewerb der Titelkämpfe Bronze bescherte, fuhren die Vorjahresdritte Judith Arndt (Leipzig) und die deutsche Meisterin Trixi Worrack (Dissen) im Zeitfahren der Frauen am erhofften Podiumsplatz vorbei.

Bei zweiten WM-Triumph von Peking-Olympiasiegerin Kristin Armstrong (USA), die für die 26,8 km 35:26,09 Minuten benötigte, musste sich Arndt mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben.

Zweite wurde die Italienerin Noemi Cantele, Rang drei ging an die Dänin Linda Villumsen. Worrack blieb nach einem Sturz in der Anfangsphase des Rennens am Ende nur der zwölfte Platz.

Arndt bleibt realistisch

Bei Arndt hielt sich die Enttäuschung in Grenzen.

"Der dritte Platz war für mich diesmal außer Reichweite, deshalb bin ich auch mit Rang vier zufrieden. Am Ende ist es sogar besser gelaufen, als ich gedacht hatte", erklärte die 33-Jährige, die in dieser Saison vom Sturzpech verfolgt war und seit März dreimal an Knochenbrüchen laborierte.

Erfolgreicher Auftakt

Zuvor hatten die U23-Fahrer Gretsch und Marcel Kittel (Arnstadt) dem BDR einen erfolgreichen WM-Auftakt beschert.

Gretsch fuhr ein Jahr nach seiner Silbermedaille von Varese als Dritter erneut aufs Podium, Kittel verpasste als Vierter nur knapp das erhoffte Edelmetall.

Titel nach Australien

Den Titel gewann der Australier Jack Bobridge, der sich auf der 33,2 km langen Strecke in 40:44,79 Minuten durchsetzte.

Hinter dem zweitplatzierten Portugiesen Nelson Oliveira (18,73 Sekunden zurück) hatte Gretsch als Dritter 27,66 Sekunden Rückstand. Kittel, der angesichts einer frühen Startnummer lange Zeit geführt hatte, lag am Ende 34,46 Sekunden zurück.

Als dritter deutscher Starter kam der Cottbuser Martin Reimer auf Rang 46 (3:19 Minuten zurück).

Kittel enttäuscht

"Ich habe natürlich mit einem noch besseren Ergebnis geliebäugelt, aber ich bin trotzdem zufrieden, dass ich wie im letzten Jahr das Podium erreicht habe. Es ist immer einfacher, nach oben zu kommen, als oben zu bleiben", sagte Gretsch.

Kittel war wegen der knapp verpassten Medaille dagegen ein wenig enttäuscht: "Ich bedaure schon, dass ich das Podest verpasst habe, auf der anderen Seite ist ein vierter Platz bei der WM natürlich ein toller Erfolg."

Grabsch mit Ambitionen

Mit großen Ambitionen gehen im Zeitfahren der Männer am Donnerstag auch Titelverteidiger Bert Grabsch (CH-Kreuzlingen) und der Vorjahres-Siebte Tony Martin an den Start.

Beide rechnen sich für den 49,6 km langen Kampf gegen die Uhr gute Chancen auf eine Medaille aus.

"Das Ziel ist ganz klar eine Medaille. Favorit auf Gold ist sicher Fabian Cancellara, aber ich werde versuchen, ihm Paroli zu bieten", so Grabsch.

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