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Fabian Vancellara wurde 2008 in Peking Olympiasieger © getty

Der Schweizer Fabian Cancellara fährt die Konkurrenz beim WM-Zeitfahren in Grund und Boden. Tony Martin krönt eine starke Saison.

Mendrisio - Hinter dem übermächtigen Schweizer Lokalmatador Fabian Cancellara hat der Deutsche Tony Martin bei der Straßenrad-WM in Mendrisio die Bronzemedaille im Zeitfahr-Wettbewerb gewonnen und damit seine bislang beste Saison gekrönt.

Während Lokalmatador Cancellara in 57:55 Minuten und einem Stundenmittel von weit über 50 km/h entfesselt zu seinem dritten WM-Gold nach 2006 und 2007 raste, bescherte Martin dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) die zweite Medaille bei diesen Titelkämpfen.

Grabsch enttäuscht

Titelverteidiger Bert Grabsch fuhr als Zehnter mit 3:37 Minuten Rückstand dagegen deutlich am Podium vorbei.

Als Zweiter lag auch der Schwede Gustav Erik Larsson (59:22 Minuten) vor Martin (1:00:25 Stunden).

Als WM-Dritter knüpfte der 24-Jährige nahtlos an seine bisherigen Leistungen dieser Saison an, in der er bereits während der Tour de France für Aufsehen gesorgt hatte.

Bei der Frankreich-Rundfahrt hatte er lange Zeit das weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers getragen und auf der vorletzten Etappe mit Platz zwei auf dem Mont Ventoux überrascht.

Dominanz im ersten Drittel

Als dritter deutscher Starter kam der Erfurter Sebastian Lang nicht unter die besten 20. Der zweimalige WM-Fünfte (2006/2007) blieb in 1:02:35 deutlich hinter den Besten zurück. Der BDR hatte als einziger Nationalverband drei Startplätze erhalten, da Grabsch als Vorjahressieger für das Rennen gesetzt war.

Cancellara hatte seine Dominanz bereits im ersten Renndrittel eindrucksvoll demonstriert, als er zum eine Minute vor ihm gestarteten Larsson aufschloss und den Olympia-Zweiten von Peking anschließend zu Silber mitriss.

Im Schlepptau des Berners, der einem niemals gefährdeten Sieg entgegenfuhr, konnte sich der Schwede locker die Silbermedaille holen.

Unauffällige Ex-Doper

Die beiden nach abgesessenen Dopingsperren zurückgekehrten Kasachen Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin hatten mit dem Ausgang des Rennens dagegen nichts zu tun.

Der zweimalige WM-Dritte und einstige T-Mobile-Star Winokurow, der bei der Tour 2007 mit Fremdblutdoping aufgeflogen war, blieb wie schon bei der Vuelta weit hinter früheren Leistungen zurück.

Sein ehemaliger Astana-Teamkollege Kaschetschkin, dem vor zwei Jahren eine unangemeldete Kontrolle im Urlaub zum Verhängnis geworden war, lag sogar noch weiter zurück.

BDR-Team auf Platz sieben

Vor den abschließenden Straßenrennen am Wochenende liegt das Team des BDR im Medaillenspiegel mit zweimal Bronze auf dem siebten Rang.

Für das erste Edelmetall hatte am Mittwoch der Erfurter Patrick Gretsch als Dritter der U23 gesorgt, während die Frauen anschließend leer ausgegangen waren.

Die Straßenrennen starten am Samstagvormittag mit dem Frauen-Wettbewerb (124,4 km), ehe am Nachmittag der U23-Nachwuchs (179,4 km) auf die Strecke geht. Den Abschluss bildet am Sonntag das Männer-Rennen (262,2 km).

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