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Auf Milram-Profi Fabian Wegmann (hier bei der Tour 2007) liegen die WM-Hoffnungen © getty

Favoriten sind im Straßenrennen andere: Die deutschen Profis haben bei der WM kaum Medaillenchancen. Aber die wollen sie nutzen.

Mendrisio - Den WM-Dritten Tony Martin als Motivator, die erfolgsverwöhnten Sprint-Asse Andre Greipel und Gerald Ciolek als Helfer und den wiedergenesenen Fabian Wegmann als Kapitän.

Vor dem Straßenrad-WM in Mendrisio in der Schweiz sind die Aufgaben im deutschen Team offenbar klar verteilt. "Ich war vor zwei Jahren WM-Neunter und letztes Jahr Siebter. Diesmal soll es möglichst noch ein bisschen besser werden", sagt Wegmann vor seinem erklärten Saisonhöhepunkt.

Auch wenn die Fahrer des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) auf dem schweren Kurs am Sonntag wohl nur Außenseiterchancen gegen die scheinbar übermächtigen Italiener und Spanier haben, ist eine weitere WM-Medaille nach zweimal Bronze durch die Zeitfahrer drin.

"Die Ausgangsposition ist ähnlich wie in den letzten Jahren. Da waren wir im Straßenrennen auch eher Außenseiter und haben doch respektable Ergebnisse erzielt. Das erwarten wir auch diesmal wieder", erklärt BDR-Vizepräsident Udo Sprenger.

Schwere Strecke

Zwar haben die Top-Sprinter Greipel (Rostock) und Ciolek (Pulheim) gerade erst mit zusammen fünf Etappensiegen bei der Vuelta in Spanien ihre gute Form unter Beweis gestellt, doch die 262,2 km lange Strecke im Tessin kommt ihnen nicht entgegen.

"Ich erwarte am Ende eher eine kleine Gruppe vorne, die den Sieg unter sich ausmacht", sagt Jan Schaffrath als sportlicher Leiter des BDR-Teams. Ciolek sieht sich und Greipel denn auch eher als Helfer.

Wegmann wieder gesund

"Unsere Aufgaben werden sich wohl darauf beschränken, die zu unterstützen, denen der Kurs mehr entgegenkommt", sagt der U23-Weltmeister von 2006. Und Greipel ergänzt: "Es wird sicher keinen Überraschungssieger geben."

Wegmanns Chancen auf eine Top-Platzierung stehen dennoch nicht schlecht.

Nach einem Sturz bei der Dauphine-Rundfahrt im Juni und daraus resultierenden langwierigen Rückenproblemen ist der 29-jährige Freiburger inzwischen wieder in Form gekommen.

"Der Rücken macht keine Probleme mehr, ich fühle mich gut und bin natürlich sehr motiviert", sagt der letztjährige deutsche Meister, der sich nach einer verkorksten Tour de France viel vorgenommen hat: "Ich hatte zwar nicht viele Rennen zur Vorbereitung, aber zuletzt lief es immer besser."

Cancellara will siegen

Die Favoriten sind allerdings andere.

Bei den starken Italienern, die zuletzt dreimal in Folge den Weltmeister stellten, dürften Damiano Cunego und Titelverteidiger Alessandro Ballan die Top-Fahrer sein.

Spanien schickt in dem äußerst umstrittenen Alejandro Valverde und Olympiasieger Samuel Sanchez ebenfalls zwei heiße Eisen ins Rennen.

Martin will lernen

Dazu zählt auch Lokalmatador Fabian Cancellara (Schweiz) spätestens seit seinem überlegenen Triumph im Zeitfahren zu den Sieganwärtern, er wäre der erste Doppel-Champion der WM-Geschichte.

Dagegen rechnet sich der Eschborner Tony Martin nach seiner Bronzemedaille im Kampf gegen die Uhr keine Chancen auf einen weiteren Coup aus: "Für mich geht es eher darum, einmal die Doppelbelastung aus Zeitfahren und Straßenrennen zu testen. Das könnte ja auch bei künftigen Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2012 auf mich zukommen. Dafür möchte ich Erfahrungen sammeln."

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