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Cadel Evans erreichte 2007 und 2008 jeweils den zweiten Platz bei der Tour de France © getty

Deutschland bleibt bei der WM ein Erfolg verwehrt. Australien feiert den ersten Titel. Greipel und Ciolek geben vorzeitig auf.

Mendrisio - Der Medaillen-Traum der deutschen Rad-Asse bei den Weltmeisterschaften in Mendrisio. (Schweiz) ist geplatzt.

Beim Triumph des Australiers Cadel Evans im Straßenrennen am Sonntag ging das Team des BDR wie erwartet leer aus. Der Freiburger Fabian Wegmann kam als bester BDR-Starter auf den elften Rang.

Auf dem 262,2 km langen Kurs im Tessin setzte sich Evans nach einer erfolgreichen Attacke auf der letzten Runde im Alleingang durch und bescherte Australien damit den ersten WM-Titel in der 82-jährigen Geschichte des Rennens.

Die Silbermedaille ging wie vor zwei Jahren in Stuttgart an den Russen Alexander Kolobnijew, Bronze holte sich der Spanier Joaquin Rodriguez.

Vuelta-Sieger Valverde nur Neunter

Der mitfavorisierte Zeitfahr-Weltmeister Fabian Cancellara (Schweiz) wurde Fünfter, der wegen Doping-Verdachts umstrittene Spanier Alejandro Valverde Neunter. Die mitfavorisierten Italiener gingen nach drei WM-Titeln in Folge diesmal leer aus.

Das BDR-Team war im Finale auf der schweren Strecke mit 4600 Höhenmetern nur noch durch Wegmann vertreten. Bei den zahlreichen Attacken auf den letzten 20 km konnte der 29-Jährige nicht mehr folgen. In den beiden vergangenen Jahren hatte Wegmann die Plätze sieben (2008) und neun (2007) belegt.

"Die letzten drei Runden waren extrem schnell, da kam ich gerade noch so mit. Leider hatte ich bei der finalen Attacke Krämpfe, sodass ich nicht mehr folgen konnte. Schade, ich wäre gerne noch etwas weiter vorne gewesen", sagte ein völlig erschöpfter Wegmann im Ziel.

"Sieg ist Antwort auf meine Kritiker"

Evens hatte seine gute Form in der späten Saison bereits als Gesamtdritter bei der Spanien-Rundfahrt unter Beweis gestellt.

Bei der Tour de France war der 32-Jährige in diesem Sommer dagegen hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

"Dieser Sieg ist auch eine Antwort an alle meine Kritiker, die immer wieder gesagt haben, ich würde nie attackieren. Ich habe meine Chance gesehen und sie genutzt", meinte Evans sichtlich bewegt.

Italiner sorgen für Initialzündung

Er freue sich darauf, bei seiner Heim-WM im nächsten Jahr in Melbourne im Regenbogentrikot antreten zu dürften.

Auf dem WM-Kurs nahm das Rennen nach verhaltenem Beginn, den eine zehnköpfige Gruppe um den Rostocker Andre Greipel zu einem Fluchtversuch nutzte, erst nach 170 km richtig Fahrt auf.

Eine Attacke der Italiener brachte Bewegung ins Peloton und teilte das Verfolgerfeld in zwei Hälften. Durch die damit verbundene Tempoverschärfung gruppierte sich die Spitze nochmals neu, so dass am Ende eine Handvoll Fahrer den Sieg unter sich ausmachten.

Deutsche steigen vorzeitig aus

Greipel hatte sich allerdings nach 220 km aufgerieben und stieg vorzeitig aus.

Noch früher ausgeschieden war der ehemalige U23-Weltmeister Gerald Ciolek. Der Sprintspezialist aus Pulheim, der bei der Spanien-Rundfahrt zuletzt ansteigende Form gezeigt hatte, gab das Rennen nach rund 150 km auf. Auch Marcel Sieberg (Hürth) war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgestiegen.

Am Samstag waren auch die Frauen sowie der U23-Nachwuchs in den Straßenrennen leer ausgegangen.

BDR-Frauen ohne Edelmetall

Das Frauen-Team um Ex-Weltmeisterin Judith Arndt (Leipzig) blieb dabei sogar erstmals seit sieben Jahren ganz ohne Medaille. Beim Sieg der Italienerin Tatiana Guderzo vor Marianne Vos (Niederlande) und ihrer Landsfrau Noemi Cantale fuhr Arndt auf Rang sechs.

Im Rennen der U23, das der Franzose Romain Sicard gewann, erreichte Dominik Nerz (Wangen) als bester BDR-Starter den 20. Rang.

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