vergrößernverkleinern
Evans begann seine Radsportkarriere als Mountainbiker in Canberra © getty

Der WM-Gewinner legt das Image des ewigen Zweiten ab und feiert seinen größten Triumph. Die Berge kommen ihm zupass.

Mendrisio - Nach dem großen Triumph kämpfte Cadel Evans immer wieder mit den Tränen.

Sichtlich bewegt nahm der Australier das Regenbogentrikot für den Straßenrad-Weltmeister und zahllose Glückwünsche entgegen.

Dann sprach er selbst aus, was wohl viele dachten: "Keiner hat mir das zugetraut. Die Rad-Welt hat geglaubt, dass ich nie einen großen Titel gewinnen werde."

Bis zum WM-Straßenrennen am Sonntag in Mendrisio nahe seinem Schweizer Wohnort Stabio haftete dem 32-Jährigen das Image des "ewigen Zweiten" an.

"Sieg etwas ganz Besonderes"

Zweimal beendete er die Tour de France auf Platz zwei (2007, 2008), ebenso dreimal die traditionsreiche Dauphine-Rundfahrt (2007 bis 2009).

Hinzu kamen zahlreiche Top-Platzierungen bei wichtigen Eintagesrennen, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen - doch nie ein bedeutender Sieg.

"So oft Zweiter zu werden, kann sehr demoralisierend sein. Schließlich hat man genauso viel Mühe investiert wie der, der am Ende die Lorbeeren erntet. Deshalb ist dieser Triumph für mich etwas ganz Besonderes", sagte Evans.

Zwei Jahre habe er diesen Tag im Hinterkopf gehabt:

Paradestrecke beflügelt zu Top-Leistung

"Dadurch, dass ich hier die meiste Zeit des Jahres wohne, wusste ich, dass mir der Kurs entgegenkommt. Ich habe mich speziell auf dieses Rennen vorbereitet."

Das anspruchsvolle Profil der Strecke im Tessin mit insgesamt 4600 Höhenmetern war genau nach dem Geschmack des starken Bergfahrers, der in seiner ersten Karriere über Jahre zu den weltbesten Mountainbikern zählte.

Mangelware Gold

Sieben WM-Medaillen aus dieser Zeit gehören zu seiner Trophäensammlung. "Aber keine davon ist Gold. Nun habe ich diese Lücke endlich geschlossen", sagte Evans.

Beeindruckend war zudem die Art und Weise seines Erfolgs. Bislang galt der frühere T-Mobile-Prodi und heutige Kapitän des belgischen Lotto-Rennstalls als defensiver Fahrer.

Besonders bei der Tour wurde er immer wieder für seine zurückhaltende Fahrweise kritisiert. Oft sah man ihn lieber Platz zwei verteidigen, als den Führenden anzugreifen.

Heimspiel im Visier

"Der WM-Sieg ist auch eine Antwort an alle meine Kritiker, die immer wieder gesagt haben, ich würde niemals attackieren."

Das Regenbogentrikot wird in den kommenden zwölf Monaten alle daran erinnern, dass in Evans doch ein Champion steckt.

Bis zu den Titelkämpfen 2010, die dann ausgerechnet zum ersten Mal in seinem Heimatland Australien stattfinden.

Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel