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Hanka Kupfernagel gewann bei der WM in Stuttgart 2007 das Einzelzeitfahren © getty

Hanka Kupfernagel verzichtet nach dem Hickhack um ihre Nichtnominierung für das WN-Straßenrennen ganz auf einen Start.

München - Nach den Querelen um ihre Nichtberücksichtigung für das WM-Straßenrennen hat Hanka Kupfernagel nun ganz auf einen Start bei den Titelkämpfen im italienischen Varese (23. bis 28. September) verzichtet.

Die amtierende Weltmeisterin im Zeitfahren sagte ihre Teilnahme wegen einer Magen-Darm-Grippe ab, der Ärger im Vorfeld dürfte aber ebenfalls eine Rolle gespielt haben.

"Das hat ihr vielleicht den Rest gegeben. So eine Magen-Darm-Geschichte ist auch immer eine psychologische Sache. Hanka ist jedenfalls total geknickt. Es ist sehr ärgerlich, das WM-Trikot kampflos abgeben zu müssen", sagte Mike Kluge, der frühere Querfeldein-Weltmeister und heutige Lebenspartner von Kupfernagel.

"Menschlich enttäuscht"

Gleichzeitig richtete Kluge deutliche Kritik an Bundestrainer Jochen Dornbusch, der Kupfernagel für das Straßenrennen am 27. September außen vor ließ.

"Von manchen Leuten ist man einfach menschlich enttäuscht. Als ich noch Rennen gefahren bin, da war er noch Mechaniker. Er hat Hanka in seiner Karriere viel zu verdanken. Sie hat gerade den jungen Fahrerinnen viel weitergegeben und selbst Erfolge eingefahren", sagte Kluge und kann die Kritik an seiner Lebensgefährten während der Olympischen Spiele in Peking nicht verstehen.

"Sie hat ihre eigenen Chancen für das Team aufgegeben. Das war nicht angemessen."

Verhärtete Fronten

Aus dem Team war in China Kritik an Kupfernagel laut geworden, nachdem sie aus dem Rennen ausgestiegen war. Zwischen Kupfernagel und Weltcupsiegerin Judith Arndt sind ohnehin seit Jahren die Fronten verhärtet.

BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer rechtfertigte indes die Nichtberücksichtung von Kupfernagel für das Straßenrennen.

"Hanka hat zwar Erfolge aus der Vergangenheit vorzuweisen. Wenn man nach dem Leistungsprinzip geht, muss man aber auch berücksichtigen, dass sie im Vorfeld nicht die Rennen gefahren ist, die nötig gewesen wären. Am Wochenende war sie beispielsweise bei einem drittklassigen Rennen in Berlin anstatt beim Weltcup in Nürnberg."

Da Kupfernagel als Weltmeisterin ein persönliches Startrecht bei der WM hatte, bleibt ihr Platz vakant und es erfolgt keine Nachnominierung einer anderen deutschen Athletin.

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