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Alberto Contador fährt seit 2007 beim Luxemburger Team Astana © imago

Nach Tour de France und Giro d'Italia gewinnt der Spanier auch die Vuelta. Bester Deutscher ist Andreas Klöden auf Rang 20.

Madrid - Der mit ständigen Doping-Anschuldigungen konfrontierte Jungstar Alberto Contador ist mit seinem Triumph bei der Spanien-Rundfahrt in die Radsport-Geschichtsbücher gefahren und hat dem spanischen Sommermärchen ein weiteres Kapitel hinzugefügt.

Der 25-Jährige machte als jüngster Radprofi überhaupt und als insgesamt fünfter Fahrer das Triple aus Tour-, Giro- und Vuelta-Sieg perfekt.

Ein Kunststück, was zuvor nur den beiden Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault, dem "Kannibalen" Eddy Merckx aus Belgien sowie dem Italiener Felice Gimondi gelang.

1:01 Minuten Vorsprung

Nur 420 Tage nach seinem ersten großen Coup, dem Gewinn der Tour de France, sicherte sich Contador auch die letzte ihm noch fehlende große Rundfahrt.

Mit 1:01 Minuten Vorsprung vor seinem Astana-Teamkollegen Levi Leipheimer erreichte das Leichtgewicht am Sonntag seine Heimatstadt Madrid, nachdem er tags zuvor auch die letzten Angriffe mit einem zweiten Platz im Einzelzeitfahren abgewehrt hatte.

"Dieses Jahr wird mein Leben für immer verändern. Ich will eigentlich nur Rennen gewinnen und nun habe ich die drei wichtigsten Rundfahrten gewonnen - unglaublich", sagte Contador, der den Grundstein zum Vuelta-Gesamtsieg mit zwei Siegen auf der 13. und 14. Etappe in den spanischen Bergen gelegt hatte.

Konkurrenz verblüfft

Erst Anfang Juni hatte sich Contador den Giro d'Italia gesichert. Seinen Titel bei der Tour de France konnte er nicht verteidigen, da sein Astana-Team nicht geladen war.

Die Konkurrenz zeigte sich angesichts der Stärke Contador verblüfft. "Er ist extrem stark. Er ist noch keine 26 Jahre alt und hat schon alle drei Rundfahrten gewonnen. Das ist sehr beachtlich", sagte Gerolsteiner-Profi Stefan Schumacher, der drei Tage vor Schluss im Hinblick auf die WM in Varese ausgestiegen war.

Fragwürdige Leistung

Beachtlich, aber auch genauso fragwürdig war Contadors Leistung in der Tat.

Denn die Vergangenheit des Kletterkünstlers ist bekannt. Als Zögling von Manolo Sainz, einer der Hauptfiguren im Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes, war Contador einst auf die Radsport-Bühne gekommen.

Auf der vermeintlichen Kunden-Liste von Fuentes mit über 50 Fahrern, darunter auch Jan Ullrich und Ivan Basso, wurde sein Name zunächst ebenfalls geführt, ehe A.C. wie von Geisterhand plötzlich wieder verschwand.

Spanisches Superjahr

Ob das spanische Sportministerium eine bewusste Selektion durchführte, bleibt wohl für immer ungewiss.

Dem spanischen Superjahr 2008 war es jedenfalls nicht abträglich. Contador gewann in diesem Jahr Giro und Vuelta, Carlos Sastre die Tour und Samuel Sanchez holte sich den Olympiasieg in Peking.

Zudem ließen die Fußballer Spanien bei der EM jubeln und Rafael Nadal stürzte Roger Federer vom Tennis-Thron.

Für deutsche Fahrer nichts zu holen

Für die deutschen Fahrer gab es bei der Vuelta nichts zu holen. Gewannen Erik Zabel, Bert Grabsch und Andreas Klier noch im Vorjahr jeweils eine Etappe, gingen die deutschen Fahrer in diesem Jahr leer aus.

Zabel fuhr bei den Sprints mal mehr, mal weniger hinterher. Andreas Klöden kam nicht über die Helferrolle für Contador hinaus.

Schumacher nutzte die Rundfahrt nach der Pleite von Peking zum Formaufbau.

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