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Stefan Schumacher begann seine Profikarriere 2002 beim Team Telekom © imago

Bei der am Dienstag beginnenden Straßen-WM gehört der "Rad-Schumi" zu den Favoriten. Das deutsche Team startet ohne Gerdemann.

Varese - Erst der Hauskrach um Weltmeisterin Hanka Kupfernagel, dann das Aus für den verletzten Deutschland-Tour-Sieger Linus Gerdemann.

Die Straßen-Weltmeisterschaften im italienischen Varese (23. bis 28. September) stehen für das deutsche Team schon im Vorfeld unter keinem guten Stern.

Dabei hat die Mannschaft des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) nach der Pleite von Peking einiges gutzumachen, schließlich will man nicht noch einmal leer ausgehen.

Stefan Schumacher hat sich gleich das höchste Ziel gesetzt. "Ich bin heiß auf die WM. Ich fahre nicht nach Varese, nur um dort mitzufahren. Ziel ist es, einmal Weltmeister zu werden. Eine Medaille habe ich schon in Stuttgart geholt. Man hat nicht immer die Chance, Weltmeister zu werden. Die Strecke in Varese liegt mir einfach", sagte der zweimalige Tour-Etappengewinner.

Bei der Vuelta die Form zurückgeholt

Bei der Vuelta hat sich der WM-Dritte des Vorjahres die Form zurückgeholt, die ihm bei den Spielen in Peking abhanden gekommen war.

Ob er schon bei 100 Prozent ist, ist aber fraglich. Deswegen konzentriert sich "Schumi" ganz auf das Straßenrennen am Sonntag, auf das drei Tage vorher stattfindende Zeitfahren verzichtet der Nürtinger.

Dort werden stattdessen der deutsche Meister Bert Grabsch und Youngster Tony Martin starten.

Chancen verbessert

Die Chancen haben sich durch die Absage des Zeitfahr-Olympiasiegers Fabian Cancellara verbessert.

Der Schweizer sieht keine Ausssicht auf den Erfolg, weil er sich "ausgepowert" fühlt und reist deshalb erst gar nicht an.

Ohne Gerdemann

"Weltmeister wird man nicht zufällig. Da muss alles stimmen", betont Schumacher.

Auf die Unterstützung von Gerdemann muss der WM-Dritte aber verzichten.

Der gebürtiger Münsteraner, der in Topform ein möglicher Mitfavorit gewesen wäre, musste nach einem letzten Härtetest am Sonntag wegen einer Nackenverletzung passen.

"Es macht keinen Sinn", sagte Gerdemann, der mit einem Spezial-Trainingslager auf Mallorca nochmal alles versucht hatte.

Zabel entscheidet über Karriereende

Starten, und das womöglich zum letzten Mal, wird auf jeden Fall Erik Zabel.

Der Vize-Weltmeister von 2006 will während der WM seine Entscheidung über ein mögliches Karriereende bekannt geben.

Dass es bei Milram weitergeht, erscheint eher unwahrscheinlich, zumal der letzte verbliebene deutsche Rennstall bereits Kronprinz Gerald Ciolek verpflichtet hat.

Arndt die Frauen-Hoffnung

Bei den Frauen konzentriert sich alles auf Weltcup-Gesamtsiegerin Judith Arndt, die am Wochenende mit dem Gesamtsieg bei der Toskana-Rundfahrt ihre derzeitige Topform unterstrichen hatte.

"Wir gehören zu den besten Nationen der Welt und haben Chancen auf den Titel. Ich bin zuversichtlich, weil die Mannschaft stimmt", sagte die Leipzigerin mit einem kleinen Seitenhieb Richtung Hanka Kupfernagel.

Die Zeitfahr-Weltmeisterin, die mit Arndt seit Jahren über Kreuz liegt, war für das Straßenrennen nicht nominiert worden, und hat inzwischen wegen einer Magen-Darm-Grippe auch ihren Start im Kampf gegen die Uhr abgesagt.

Theater um Hanka Kupfernagel

Die Nichtnominierung Kupfernagels war nicht geräuschlos über die Bühne gegangen.

Mike Kluge, der frühere Querfeldein-Weltmeister und heutige Lebensgefährte von Kupfernagel, richtete scharfe Kritik an Bundestrainer Jochen Dornbusch.

"Von manchen Leuten ist man einfach menschlich enttäuscht. Als ich Rennen gefahren bin, da war er noch Mechaniker. Er hat Hanka in seiner Karriere viel zu verdanken. Sie hat gerade den jungen Fahrerinnen viel weitergegeben und selbst Erfolge eingefahren."

U-23-Fahrer mit Chancen

Den ersten Erfolg sollen in Varese die U-23-Männer verbuchen.

Am Dienstag steht im Zeitfahren über 33,55 km die erste Entscheidung von Varese auf dem Programm.

Außenseiter-Chancen besitzt der Erfurter Patrick Gretsch.

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