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Bei der Straßenrad-WM 2006 wurde Judith Arndt 7. im Einzelzeitfahren © imago

Nach der Silbermedaille für Patrick Gretsch fährt Weltcupsiegerin Judith Arndt im Zeitfahren der Straßenrad-WM zu Bronze.

Varese - Zweiter Tag, zweite Medaille: Weltcupsiegerin Judith Arndt ist im Zeitfahren bei der Straßenrad-WM im italienischen Varese zu Bronze gerast und hat dem deutschen Team einen Tag nach der Silberfahrt von Patrick Gretsch bei den U23-Männern das zweite Edelmetall beschert.

Die Leipzigerin musste sich in 34:13 Minuten nur der amerikanischen Siegerin Amber Neben (33:51) und der für Österreich startenden Remscheiderin Christiane Soeder (33:58) geschlagen geben.

"Für mich ist das ein großer Erfolg, denn ich bin eigentlich keine Spezialistin", sagte Judith Arndt und fuhr fort: "Ein WM-Titel im Straßenrennen wäre natürlich noch schöner. Aber es ist eine Genugtuung zu zeigen, dass ich was drauf habe."

Krönung einer erfolgreichen Saison

Arndt krönte mit Bronze eine äußerst erfolgreiche Saison. Die Leipzigerin hatte erst Mitte September den Gesamt-Weltcup gewonnen, und am Wochenende stellte die 32-Jährige mit dem Gesamtsieg bei der Toskana-Rundfahrt ihre Klasse nochmal eindrucksvoll unter Beweis.

Beim Straßenrennen am Samstag ist Arndt die Topfavoritin auf den Sieg. Charlotte Becker aus Waltrop (1:03 Minuten zurück) rundete als Neunte das gute deutsche Ergebnis ab.

Zwei Deutsche auf dem Podest

Mit dem dritten Platz sprang Arndt eindrucksvoll für die kranke Titelverteidigerin Hanka Kupfernagel (Werder) in die Bresche.

Die 34-Jährige hatte ihren WM-Start wegen einer Magen-Darm-Grippe absagen müssen. Auf dem Podium standen dennoch zwei deutsche Fahrerinnen. Denn Soeder kommt gebürtig aus Remscheid, wohnt aber inzwischen in Wien und hat auch die Staatsbürgerschaft der Alpen-Republik angenommen.

Traumstart für BDR

Damit hätte die WM für den BDR kaum besser beginnen können. Nach der Pleite von Peking, wo die deutschen Straßenfahrer leer ausgegangen waren, gab es nun schon das zweite Edelmetall zu bejubeln.

Gretsch, der dem BDR am Vortag einen nahezu perfekten Auftakt beschert hatte, konnte am Mittwoch trotz seiner Sturzverletzungen wieder lachen. "Der zweite Platz entschädigt für alles. Es tut zwar noch sehr weh, und der Arzt hat mir eine Woche striktes Rennverbot erteilt, doch das ist jetzt egal", sagte der Erfurter dem sid.

Im Zeitfahren der U23-Männer war er drei Kilometer vor dem Ziel bei Tempo 60 gestürzt und fast noch vom Motorrad überfahren worden war. Im Krankenhaus von Varese musste die Fleischwunde am Knöchel in zwei Schichten genäht werden.

Schrecksekunde für Martin

Die Titelkämpfe werden am Donnerstag mit dem Zeitfahren der Männer über 43,7 Kilometer fortgesetzt. Für das deutsche Team gehen die beiden Columbia-Profis Bert Grabsch (Wittenberg) und Tony Martin (Erfurt) an den Start.

Martin erlebte am Mittwoch eine Schrecksekunde. Der Hoffnungsträger wurde einen Tag vor der Entscheidung im Zeitfahren beim Training von einem PKW angefahren, der in einem Kreisel die Vorfahrt missachtete. Martin blieb zum Glück unverletzt, doch die Rennmaschine konnte er anschließend nicht mehr gebrauchen.

Am Donnerstag wird Martin darum mit dem Zeitfahrrad von Patrick Gretsch antreten.

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