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Lance Armstrong wurde zuletzt bei einem MTB-Rennen Zweiter © imago

Die Comeback-Pläne von Lance Armstrong begeistern nicht jeden. Der ehemalige WADA-Chef Dick Pound attackiert den Tour-Sieger.

München - Lance Armstrongs Pläne bezüglich engmaschiger Dopingkontrollen während seines Comebacks im Profiradsport haben nicht alle Kritiker des siebenmaligen Tour-Siegers überzeugt.

"So lange die Kontrollen nicht in einem offiziell akkreditierten Labor des Internationalen Olympischen Komitees oder der WADA analysiert werden, beweisen die angekündigten Tests nur wenig. Die einfache Tatsache, dass ein Wissenschaftler X sagen würde, Lance sei sauber, bedeutet nichts", sagte Richard Pound, der frühere Chef der Welt-Antidoping-Agentur.

Unter Verdacht seit 2005

Der Kanadier bezog sich auf Armstrongs Äußerungen bei seiner Comeback-Pressekonferenz am Mittwoch in New York. Dabei hatte der Texaner erklärt, zusammen mit dem US-Antidoping-Experten Don Catlin "das fortschrittlichste Kontrollsystem" zum Nachweis regulär erbrachter Leistungen nutzen zu wollen.

Pound erneuerte außerdem seine persönlichen Zweifel an Armstrong und erinnerte an den Doping-Verdacht von 2005 gegen den Tour-Rekordsieger.

"Dunkle Wolken"

Kurz nach Armstrongs Rücktritt hatte die französische Sportzeitung L'Equipe dem Amerikaner damals unter Berufung auf die Auswertung tiefgefrorener Proben von 1999 EPO-Doping vorgeworfen. Eine Untersuchungskommission des Weltverbandes UCI wies diese Anschuldigungen allerdings zurück.

"Wenn Armstrong denkt, dass sich durch seine Rückkehr alle dunklen Wolken verziehen, so wird er dennoch den gleichen Fragen wie damals begegnen. Die Fragezeichen sind immer noch da, und sein Comeback wirft mindestens so viele Fragen auf wie es beantwortet", sagte Pound: "Er muss immer noch erklären, warum sechs seiner Proben positiv auf EPO getestet werden konnten."

Franke redet Klartext

Auch Anti-Doping-Experte Werner Franke hat die bevorstehende Rückkehr Armstrongs scharf kritisiert.

"Es gibt sechs positive Befunde von ihm. In jeder anderen Sportart wäre er gesperrt worden. Für mich ist er positiv. Er hat sich der Strafe entzogen", sagte der Molekularbiologe aus Heidelberg: "Die UCI ist ein mafiöser Klub. Es hat sich nachweislich nichts geändert. Der Ruf des Radsports ist noch weiter in den Keller gegangen."

Dass Armstrong zusammen mit dem US-Antidoping-Experten Don Catlin das fortschrittlichste Kontrollsystem zum Nachweis regulär erbrachter Leistungen aufziehen will, bewertet Franke als "reine Show-Aussage". Catlin dürfe als Leiter des WADA-Labors in Los Angeles überhaupt nicht mit Armstrong zusammenarbeiten.

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