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Bert Grabsch (M.) feiert mit den Medaillenge- winnern Svein Tuft (l.) und David Zabriskie © getty

Bert Grabsch holt in Varese sensationell Gold im Zeitfahren. Für den BDR ist es am dritten Tag bereits die dritte Medaille .

Varese - Bert Grabsch riss die Arme in die Höhe und konnte sein Glück kaum fassen.

Der deutsche Meister aus Wittenberg raste bei der Straßenrad-WM im italienischen Varese sensationell zur Goldmedaille und holte damit als erster Deutscher seit Jan Ullrich vor sieben Jahren wieder den Titel im Zeitfahren.

Grabsch fuhr auf dem 43,7 Kilometer langen Parcours in 52:01,60 Minuten alles in Grund und Boden und verwies den Kanadier Svein Tuft mit 42 Sekunden Vorsprung - eine halbe Ewigkeit im Zeitfahren - auf den zweiten Platz. Dritter wurde David Zabriskie aus den USA (52:53).

Damit ist der Medaillensatz für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) bereits am dritten Tag komplett, nachdem zuvor Patrick Gretsch (Erfurt) Silber bei den U23-Männern und Judith Arndt (Leipzig) Bronze bei den Frauen geholt hatten.

Das gute deutsche Bild rundete Grabschs Columbia-Teamkollege Tony Martin (53:17) als Siebter ab.

Zeitfahr-Spezialist Grabsch

Für Grabsch war es der bisher größte Erfolg seiner Karriere. In Abwesenheit von Olympiasieger Fabian Cancellara zählte der 33-Jährige zwar zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter, keineswegs aber zu den Favoriten. Bei den Olympischen Spielen vor etwas mehr als einem Monat hatte er noch einen enttäuschenden 14. Platz belegt.

Dass er ein Spezialist im Kampf gegen die Uhr ist, hatte Grabsch in der Vergangenheit aber schon häufiger bewiesen. Vor einem Jahr in Stuttgart musste er sich noch mit dem undankbaren vierten Platz begnügen.

Dafür gewann er 2007 das Zeitfahren bei der Vuelta, und bei den deutschen Meisterschaften trug er sich in diesem Jahr zum zweiten Mal in die Siegerliste ein.

Seit der Aufnahme des Zeitfahr-Wettbewerbs in das WM-Programm 1994 gab es damit zum dritten Mal einen deutschen Sieger. 1999 und 2001 triumphierte Ullrich.

Martin mit geliehenem Rad

Ein hervorragendes WM-Debüt lieferte auch Martin ab. Dabei hatte der Erfurter am Vortag noch seine ganz persönliche Schrecksekunde zu verdauen. Der 23-Jährige wurde im Training von einem Auto angefahren, blieb aber unverletzt.

Seine Zeitfahrmaschine war dagegen nicht mehr zu gebrauchen. So war Martin auf der Silber-Maschine von Gretsch unterwegs. Dass mit dem Youngster künftig zu rechnen ist, hatte er schon bei der Deutschland-Tour bewiesen, als er das Einzelzeitfahren für sich entschied.

Die WM wird am Freitag mit dem Straßenrennen der U23-Männer über 173,35 Kilometer fortgesetzt. Der Höhepunkt steht am Sonntag beim Straßenrennen der Männer über 260 Kilometer auf dem Programm.

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