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Stefan Schumacher war mit Platz 25 bei der diesjährigen Tour de France bester Deutscher © imago

Nach Bronze im Vorjahr soll es für Stefan Schumacher bei der Straßenrad-WM in Varese in diesem Jahr die Goldmedaille werden.

Varese - Den letzten Feinschliff holte sich Stefan Schumacher auf seiner Hausrunde im Schwabenland, am Sonntag will er dann als erster Deutscher seit Rudi Altig vor 42 Jahren nach der WM-Krone greifen.

"Ziel ist es, einmal Weltmeister zu werden. Ich bin heiß auf die WM. Ich fahre nicht nach Varese, nur um dort mitzufahren", sagte der Mitfavorit mit Blick auf den WM-Höhepunkt im 260,25 Kilometer langen Straßenrennen.

Im Vorjahr hatte sich "Schumi" beim Heimspiel in Stuttgart mit der Bronzemedaille begnügen müssen.

Den Weltmeister-Titel holte sich der Italiener Paolo Bettini, den der deutsche Klassiker-Spezialist auch diesmal als größten Rivalen ausgemacht hat. "Bettini und auch die Spanier sind hoch einzuschätzen", prophezeit der 27-Jährige.

Kampf um Quick-Step-Vertrag

Schumacher vs. Bettini - das Duell gab es in den letzten Wochen auch neben der Rennstrecke. Im Kampf um einen Vertrag beim Quick-Step-Team hatte aber der Gerolsteiner-Profi das bessere Ende für sich.

Der belgische Rennstall verzichtete auf eine Weiterbeschäftigung des 34-jährigen Italieners und holte stattdessen Schumacher als Kapitän für die Eintagesrennen.

"Wir haben uns unterhalten. Er hat mir gesagt, dass er kein Problem mit mir hat. Das war ja auch eher eine Geschichte zwischen Patrick Lefevere (Teamchef bei Quick Step, Anm. d. Red.) und ihm. Ich habe ja auch nur mit Lefevere verhandelt", erklärt der Nürtinger, der in diesem Jahr bei der Tour de France im Gelben Trikot gefahren war und beide Einzelzeitfahren gewonnen hatte.

Ansteigende Form

Nach dem Hoch in Frankreich folgte allerdings die Pleite von China. "Nach Peking habe ich mich ziemlich schlecht gefühlt. Das ist aber im Verlaufe der Vuelta besser geworden. Ob ich bei 100 Prozent sein werde, wird man sehen. Ich bin diesmal auch aufgrund des umfangreichen Terminkalenders auf den letzten Drücker dran", berichtet Schumacher von ansteigender Form.

Seit 1966 wartet Radsport-Deutschland inzwischen auf einen Sieg bei der WM. Altig war es damals, der auf dem Nürburgring triumphierte.

"Die Strecke liegt mir"

Danach hatte Sprinter Erik Zabel noch zweimal als Zweiter (2004 und 2006) den Sieg dicht vor Augen. Der Milram-Sprinter gibt in Varese vermutlich seine Abschiedsvorstellung, doch große Chancen dürfte er aufgrund des Streckenprofils kaum haben.

"Der Kurs ist zwar nicht so schwer wie in Stuttgart, aber es geht ständig rauf und runter. Das dürfte das Feld selektieren", erklärt Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer, der als Bundestrainer im Einsatz ist. Schumacher käme das gerade recht: "Die Strecke liegt mir einfach. Man hat nicht immer die Chance, Weltmeister zu werden."

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