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Lance Armstrong gewann die Tour de France von 1999 bis 2005 © getty

Greg Lemond kritisiert die Comeback-Absichten von Lance Armstrong scharf. Alberto Contador droht erneut mit Abschied vom Astana-Team.

Las Vegas - Der dreimalige Tour-de-France-Gewinner Greg Lemond hat das Radsport-Comeback seines Landesmannes Lance Armstrong als einen "Albtraum" bezeichnet.

"Das ist keine gute Neuigkeit. Der jahrelange Albtraum, den wir erlebt haben, kehrt nun zurück", sagte der 47 Jahre alte Kalifornier als Gast einer Pressekonferenz von Armstrong am Donnerstag in Las Vegas der französischen Nachrichtenagentur afp.

Lance Armstrong, der die Tour de France als erster Radprofi siebenmal gewann, hatte Anfang September überraschend seine Rückkehr bekannt gegeben.

Eines seiner Ziele für 2009 ist die erneute Teilnahme an der Frankreich-Rundfahrt. Der 37 Jahre alte Texaner wird für das kasachische Astana-Team fahren und seine Renneinsätze nicht nur auf Europa beschränken. Als ersten Start hat Armstrong vom 18. bis 25. Januar die Tour Down Under in Australien auf dem Programm.

Doping bei der Tour 1999?

Weltweit wurde die Nachricht vom Comeback angesichts möglicher Dopingverwicklungen Armstrongs zumeist skeptisch aufgenommen. 2005 hatte die französische Sporttageszeitung "L'Equipe" den Amerikaner des Epo-Dopings bezichtigt.

Das Blatt berief sich auf die Auswertung eingefrorener Blutproben durch das französische Doping-Untersuchungslabor LNDD von der Tour 1999. Der Radsport-Weltverband UCI wies die Vorwürfe damals als haltlos zurück.

Armstrong will Testergebnisse veröffentlichen

"Seine Rückkehr wirft viele Fragen auf", erklärte der frühere Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Dick Pound. Armstrong sei noch die Antwort schuldig, wie diese sechs Dopingtests positiv ausfallen konnten. Die UCI sei diese Antworten bislang schuldig geblieben.

Lance Armstrong hat ankündigt, seine Doping-Testergebnisse offen darzulegen und ins Internet zu stellen. Er wolle eng mit dem US-Dopingexperten Don Catlin zusammenarbeiten. Greg Lemond äußerte auf der Pressekonferenz am Donnerstag diesbezüglich seine starken Zweifel.

Contador will Gewissheit

Unterdessen hat der spanische Radprofi Alberto Contador erneut mit seinem Abschied vom kasachischen Astana-Rennstall für den Fall gedroht, dass er sein Kapitäns-Amt an Lance Armstrong abtreten muss.

"Wenn ich nicht die Gewissheit habe, dass das Team für mich fährt, werde ich nicht hier bleiben", sagte Contador der spanischen Sporttageszeitung "Marca".

"Kein Problem mit Armstrong"

Er habe im Moment kein Problem mit Armstrong, meinte Contador. "Aber ich habe einige Zweifel: Die ganze Welt weiß, dass Lance einen sehr einnehmenden Charakter hat und alles für sich beansprucht. Doch ich möchte nicht, dass meine sportlichen Ambitionen durch seine Rückkehr gebremst werden." Er habe viele gute Angebote, ergänzte der 25 Jahre alte Tour-de-France-Sieger von 2007.

Zwar habe er von Teamchef Johan Bruyneel die Garantie erhalten, dass er der Chef der Astana-Equipe bleiben werde, sagte der Spanier:

"Aber ich möchte die maximal möglichen Garantien haben. Ich muss ja sehen, welche Ziele Armstrong hat, mit welcher Mentalität er kommt und ob Bruyneel mit ihm für die Tour plant. Wenn ich nicht zufrieden bin, dann werde ich gehen."

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