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John Degenkolb führt die Gesamt-Einzelwertung der Bundesliga U23 an © imago

John Degenkolb holt im Einzelrennen der U-23-Männer Bronze und beschert dem BDR damit die vierte Medaille binnen vier Tagen.

Varese - Der schwarz-rot-goldene Medaillenrausch geht weiter:

John Degenkolb holte bei der Straßenrad-WM im italienischen Varese die Bronzemedaille im U-23-Rennen der Männer und bescherte damit dem deutschen Team am vierten Tag die vierte Medaille.

Der 19-Jährige aus Gera musste sich nach 173,35 Kilometer im Sprint einer neunköpfigen Spitzengruppe nur dem Kolumbianer Fabio Andres Duarte Arevalo und Simone Ponzi aus Italien geschlagen geben.

"Ich bin überwältigt. Gleich im ersten Jahr Bronze zu holen, ist unglaublich. Das ist der größte Erfolg meiner Karriere", sagte Degenkolb und ergänzte: "Es hat alles gepasst. Wir hatten eine super Taktik. Es hätte kaum besser laufen können."

Traum vom Gold

Damit hat die Mannschaft des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) die Rekordausbeute aus den Jahren 2003 und 2004 (ebenfalls vier Medaillen) eingestellt. In den Zeitfahr-Wettbewerben hatten an den Tagen zuvor Bert Grabsch (Wittenberg) Gold bei den Männern, Patrick Gretsch (Erfurt) Silber bei den U23-Männern und Judith Arndt (Leipzig) Bronze bei den Frauen geholt.

Lange Zeit durfte Degenkolb sogar davon träumen, in die Fußstapfen von Columbia-Sprinter Gerald Ciolek (Pulheim) zu treten, der 2006 in Salzburg den WM-Titel bei den U23-Männern geholt hatte.

Doch 400 Meter vor dem Ziel setzte sich Arevalo ab und rettete seinen Vorsprung hauchdünn ins Ziel.

Vier Runden vor Schluss hatte Degenkolb mit vier Mitstreitern, zu denen auch Teamkollege Dominik Nerz (Wangen) gehörte, die Flucht nach vorn angetreten. In den letzten zwei Runden gesellten sich noch weitere fünf Fahrer hinzu. Nerz musste bei der Tempoverschärfung auf der vorletzten Runde dann aber abreißen lassen.

Weitere Medaillenchancen

Für Degenkolb ist es der bisher größte Erfolg. Der Youngster vom Thüringer Energie Team hatte im Vorjahr bei der WM der Junioren mit Silber im Zeitfahren und Platz fünf im Straßenrennen seine Klasse angedeutet. In diesem Jahr machte er mit einem Etappensieg bei der Thüringen-Rundfahrt auf sich aufmerksam.

"Ich fahre auf jeden Fall noch eine Saison beim Thüringer Team, danach will ich Profi werden", äußerte sich Degenkolb zu seinen Zielen.

Bei den letzten zwei Entscheidungen der WM am Wochenende geht die deutsche Mannschaft ebenfalls mit guten Chancen ins Rennen.

Beim Frauen-Rennen am Samstag über 138,8 Kilometer geht Arndt als Topfavoritin an den Start, beim Straßenrennen der Männer über 260, 25 Kilometer am Sonntag will sich Stefan Schumacher die Krone aufsetzen.

Ziel: "Weltmeister werden"

"Eine Medaille habe ich schon in Stuttgart geholt. Ziel ist es, einmal Weltmeister zu werden", meinte Schumacher, der WM-Dritte des Vorjahres.

42 Jahre nach Rudi Altig will der Gerolsteiner-Profi, der bei der Tour de France zwei Etappensiege feiern konnte und im Gelben Trikot gefahren war, das Regenbogentrikot wieder nach Deutschland holen.

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