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Alessandro Ballan feiert seinen WM-Triumph in Varese © getty

Italien jubelt: Der 28-Jährige holt zum Abschluss im Straßenrennen WM-Gold. Wegmann fährt mit der Spitzengruppe ins Ziel.

Varese - Kein Happyend beim "Finale furioso": Die deutsche Erfolgsserie ist ausgerechnet beim Höhepunkt der Straßenrad-WM im italienischen Varese gerissen.

Stattdessen sorgten der umjubelte Sieger Alessandro Ballan und Damiano Cunego nach der 260,25 km langen Berg- und Talfahrt in der Lombardei für einen italienischen Doppelsieg.

Bronze ging an den Dänen Matti Breschel. Fabian Wegmann erreichte als bester Deutscher den siebten Platz, Mitfavorit Stefan Schumacher und Sprinter Erik Zabel nach Reifenpanne spielten im Finale keine Rolle.

Damit wartet Deutschland weiter seit dem WM-Triumph von Rudi Altig 1966 auf den Gewinn des Regenbogentrikots im Straßenrennen.

Deutsche Erfolgsserie reißt

Zudem riss die deutsche Erfolgsserie. An den fünf Tagen zuvor hatte die Mannschaft des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) fünf Medaillen errungen und damit eine Rekord-Ausbeute in der 88-jährigen WM-Geschichte erzielt. Herausragend war dabei der WM-Titel von Bert Grabsch im Zeitfahren.

Mitfavorit Schumacher konnte sich zu keiner Zeit des Rennens in Szene setzen, stattdessen ruhten die deutschen Hoffnungen allein auf Wegmann.

Der Freiburger war ständig in der Spitzengruppe vertreten, hatte aber im Finish nichts mehr zuzusetzen. Die entscheidende Gruppe hatte sich in der vorletzten der 17 km langen Runde vom Feld gelöst.

Zabels Karriere-Ende ohne Erfolg

So ging auch für Deutschlands erfolgreichsten Radprofi Erik Zabel der letzte Höhepunkt seiner Karriere ohne Erfolg zu Ende. Der 38-Jährige, der zum Saisonende nach 16 Profijahren und 201 Siegen vom Rad steigt, spielte im Finale keine Rolle.

Wieder einmal fuhr er seinem großen Traum, dem WM-Titel, vergeblich hinterher. Zweimal - 2004 und 2006 - hatte er den zweiten Platz belegt.

Am Ende bummelte Zabel im geschlagenen Feld mit dem großen Favorit Paolo Bettini über die Ziellinie.

Bettini sieht keine Herausforderung mehr

Für den italienischen Titelverteidiger war es das letzte Rennen seiner Karriere, nachdem er am Samstag das Ende seiner Laufbahn angekündigt hatte.

Der 34-Jährige hatte 2006 und 2007 den WM-Titel geholt. 2004 wurde der Italiener in Athen auch Olympiasieger im Straßenrennen.

Er habe keine Herausforderung mehr, sagte Bettini, der von seinem Team Quick Step keinen neuen Vertrag mehr erhalten hatte. Das belgische Team verpflichtete stattdessen den Nürtinger Stefan Schumacher.

100.000 Fans an der Strecke

Vor mehr als 100.000 Zuschauern an der Strecke hatte lange Zeit eine dreiköpfige Ausreißergruppe für Furore gesorgt.

Die drei Nobodys Richard Ochoa (Venezuela), Christian Poos (Luxemburg), Oleg Schusda (Ukraine) hatten sich früh vom Feld abgesetzt und nach 7 von 15 Runden einen zwischenzeitlichen Vorsprung von fast 18 Minuten herausgefahren.

Danach drückte das Feld aber auf das Tempo und in der viertletzten Runde war das Unterfangen zum Scheitern verurteilt.

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