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Laurent Fignon gewann 1983 und 1984 die Tour de France © getty

Laurent Fignon hat im Kampf gegen den Krebs einen Rückschlag hinnehmen müssen. Sein Körper streikt beim effizientesten Mittel.

Paris - Laurent Fignon ist bei seinem erbitterten Kampf gegen den Krebs zurückgeworfen worden.

"Die erste Chemotherapie hat nicht angeschlagen. Die zweite schien die richtige zu sein und hat den Tumor um 17 Prozent reduziert, aber mein Körper hat sie nicht vertragen", sagte der zweimalige Toursieger dem französischen Magazin "Paris Match". (Alle Radsport-News)

"Die Ärzte mussten eines der Produkte herausnehmen, unglücklicherweise das effizienteste. Es scheint, dass sie noch nicht das richtige Gegenmittel gefunden haben", schilderte der 49-Jährige seinen Überlebenskampf.

Krebs-Ursprung in der Lunge

Bei Fignon, Sieger der Frankreich-Rundfahrt 1983 und 1984, war im Mai 2009 Bauspeicheldrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert worden. Wie die Ärzte nun herausfanden, hatte der Krebs in der Lunge seinen Ursprung.

In der nächsten Woche wird Fignon eine weitere Chemotherapie starten.

"Ich bin nicht tot, aber auch nicht geheilt. Ich hoffe, die nächste Behandlung schlägt an. Ich lebe von Tag zu Tag. Ich habe einen großen Willen, aber wenn die Ärzte nicht das richtige Mittel finden, wird die Zeit kommen, wo ich gehen muss. Ich will nicht mit 50 sterben, aber wenn der Krebs unheilbar ist, was will ich dann machen? Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber ich will es nicht", sagte Fignon weiter.

Doping als Ursache?

Der gebürtige Pariser, dem zweimal die Einnahme von Amphetaminen nachgewiesen worden war, hatte in seinem Buch mit dem Titel "Wir waren jung und unbekümmert" seine Doping-Vergangenheit als möglichen Grund für die Krankheit aufgeführt.

"Keiner hat darauf eine Antwort. Es gibt keinen Hinweis, dass ein Zusammenhang besteht, aber ausschließen kann man es auch nicht", sagt Fignon heute:

"Als ich krank wurde und ich den Ärzten die Dosierungen genannt hatte, haben sie nur gelacht. Das könne nicht der Grund sein. Aber wer weiß es schon?"

Siege und Niederlagen

Zu den größten Erfolgen Fignons zählen neben den Tour-Erfolgen der Gesamtsieg beim Giro d'Italia (1989) und zwei Triumphe beim Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo (1988 und 1989).

Sein Name steht auch mit der knappsten Tour-Entscheidung der Geschichte in Verbindung. (Datencenter: Termine und Ergebnisse)

1989 verpasste der Franzose seinen dritten Triumph nur um acht Sekunden, weil ihm der Amerikaner Greg LeMond am letzten Tag im Einzelzeitfahren 58 Sekunden abgenommen hatte.

Danach gewann Fignon kein bedeutendes Rennen mehr.

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