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Andre Greipel gewann 2009 eine Etappe bei der Tour Down Under © getty

Andre Greipel gewinnt das erste Saisonrennen und bekommt Lob von allen Seiten. Ein Teamkollege muss sich nun in Acht nehmen.

Adelaide - Andre Greipel bewegt sich auf den Spuren von Erik Zabel.

Im Stile des einstigen deutschen Ausnahmesprinters hat der gebürtige Rostocker bei der Tour Down Under eine Ein-Mann-Schau präsentiert und mit drei Tageserfolgen plus Gesamtsieg seinen Ruf als einer der weltbesten Sprinter eindrucksvoll untermauert.

"Das war eine großartige Woche, ein schöner Start in die Saison 2010. Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses Rennen gewonnen habe", sagte Greipel, der die Rundfahrt bereits 2008 gewonnen hatte.

Sogar das Lager um Lance Armstrong, der sich zum Debüt seines neuen RadioShack-Teams mit Platz 25 in der Endabrechnung begnügte, zollte dem "fast man from Germany" Respekt.

Größte Konkurrenz im eigenen Team

"Ich bin schwer beeindruckt von ihm", lobte Teamchef Johan Bruyneel, der auf den ersten Saisonsieg noch warten muss.

Mit 20 Siegen im Jahr 2009 hatte Greipel bereits im vergangenen Jahr den Sprung in die Weltspitze geschafft. Doch der 27-Jährige hat ein Problem, das Mark Cavendish heißt und ebenfalls im Columbia-Team fährt.

Greipel "hat Chance verdient"

So war Greipel bei der Tour 2009 außen vor, während der Brite in Frankreich sechmal triumphierte.

"Ich kann auch bei der Tour Etappen gewinnen", sagt Greipel und will sich in diesem Jahr nicht vertrösten lassen. Dessen ist sich Sportdirektor Rolf Aldag bewusst.

"Er hat eine Chance bei der Tour verdient", sagte der Westfale und steht damit vor einem Luxus-Problem: "Wir haben vermutlich die zwei besten Sprinter der Welt. Wir müssen irgendwie eine Lösung finden. Im Moment geht das noch parallel."

Cavendish möglicherweise zu Sky

Aufeinander loslassen will Aldag die beiden freilich nicht: "Das ist weder schön, noch hilfreich oder erfolgreich. Ein direktes Duell wird es wohl nur bei der WM in Australien geben."

So werden sich die schnellen Männer vorerst weiter aus dem Weg gehen.

Beim Giro d'Italia ist dieses Jahr auf jeden Fall Greipel am Zug, danach werden die Karten neu gemischt. Im nächsten Jahr könnte sich das Problem von alleine lösen.

Dann läuft der Vertrag von Cavendish aus, ein Wechsel zum britischen Sky-Team ist im Gespräch. (Alle Radsport-News)

"Andre kommt massiv über die Kraft"

Bei den Erfolgen von Greipel, der das Gesamtklassement vor dem Spanier Luis Leon Sanchez und Greg Henderson aus Neuseeland gewann, werden Erinnerungen an die erfolgreiche Zabel-Ära wach, wenngleich es Unterschiede gibt.

"Andre kommt massiv über die Kraft. Da ist er so überlegen, dass die anderen gar nichts ausrichten können. Ete war mehr der Taktiker", erklärt Aldag.

Für Armstrong war die Tour Down Under dagegen eher ein lockeres Einfahren für die Saison.

"Seine Form ist besser, er fühlt sich gut im Feld und gut im Team. Das sind drei Dinge, die besser sind als letztes Jahr", sagte Bruyneel.

Armstrong muss "langweiliger fahren"

In diesem Jahr will Armstrong ein achtes Mal auf den Tour-Thron, dafür werde er seine Fahrweise umstellen.

"Mein Fahrstil wird anders sein. Ich muss kalkulierter, konservativer fahren. Man könnte sagen, ich muss langweiliger fahren", sagte der Texaner in einem Interview mit der spanischen Sporttageszeitung Marca.

Obwohl er im vergangenen Jahr gegen den spanischen Toursieger Alberto Contador chancenlos war, rechnet sich Armstrong dieses Jahr bessere Chancen aus.

"Im letzten Jahr war ich nicht auf dem gleichen Niveau wie Contador oder Andy Schleck. Dieses Jahr wird es anders sein. Die Strecke ist technischer, und ich habe bereits gesagt, dass ich die Tour gewinnen kann", sagte der 38-Jährige.

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