vergrößernverkleinern
Jan Ullrich (r.) konnte die Tour nie gegen Armstrong gewinnen © getty

Jan Ullrich kann Lance Armstrongs Verweigerung einer nachträglichen Doping-Analyse nachvollziehen. Er traut dem US-Star viel zu.

Von Marc Ellerich

München - Früher waren sie Erzrivalen, inzwischen findet der nach massiven Dopingvorwürfen zurückgetretene Jan Ullrich für den comebackwilligen Lance Armstrong nur warme Worte.

Vor einer Wohltätigkeits-Veranstaltung in Weil der Stadt begrüßte der Tour-de-France-Sieger von 1997 laut "Bild" die Rückkehr-Pläne des Amerikaners: "Ich finde es gut. Lance zieht die Aufmerksamkeit der Welt auf den Radsport."

"Tolles Leben, tolle Frauen"

Der in der Schweiz lebende Früh-Rentner glaubt sogar an einen achten Tour-Triumph des ehrgeizigen Texaners: "Ich halte es für möglich, dass er in Frankreich noch einmal gewinnt. Er hat ein tolles Leben und tolle Frauen, aber das ist nicht seine Erfüllung. Die hat er im Sport."

Ullrich weiter: "Wenn er die Herausforderung mental schafft, dann ist das auch für den Körper machbar."

Eine eigene Rückkehr in den professionellen Radsport schloss Ullrich, dem Kontakte zum spanischen Dopingarzt Fuentes nachgewiesen worden waren, kategorisch aus: "Diese Option gibt es nicht."

"Warum soll er?"

Der frühere T-Mobile-Star rechtfertigte Armstrongs Weigerung, mehrere Urinproben aus dem Jahr 1999 auf das Blutdoping-Mittel EPO nachträglich untersuchen zu lassen.

"Warum soll er etwas machen, das er nicht machen muss? Ich würde mir das auch nicht gefallen lassen. Es ist eine Prinzipsache."

Armstrong, der 2008 ein Comeback in den Profi-Radsport unternehmen will, stand während seiner Karriere unter massivem Dopingverdacht. Im Jahr 2005 wurden in Urinproben des Amerikaners aus dem Jahr 1999 nachträglich EPO-Spuren festgestellt.

Armstrong zweifelte die Stichhaltigkeit der Tests an.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel