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Stefan Schumacher sieht sich eneut Fragen zum Thema Doping ausgesetzt © getty

Zu den 14 Profis, die bei der Tour durch abnorme Bluwerte auffielen, soll nach neuesten Meldungen auch Stefan Schumacher gehören.

Von Andreas Kloo

München - Viele hatten unter vorgehaltener Hand bereits vermutet, dass die fünf Dopingfälle bei der Tour de France nur die Spitze des Eisbergs waren.

Diesen Verdacht nährte am vergangenen Montag die französische Anti-Doping-Agentur AFLD mit der Meldung, 14 Profis hätten bei der Frankreich-Rundfahrt abnorme Blutwerte aufgewiesen.

Belgischen Berichten zufolge soll nun auch ein Deutscher unter den Verdächtigen sein: Stefan Schumacher, der zweifache Etappensieger aus dem Team Gerolsteiner.

Holczer: "Das ist Rufmord!"

Beim deutschen Team, das sich Ende dieser Saison aus dem Radsport zurückzieht, wollte man sich auf Sport1.de-Nachfrage zu diesem Vowurf nicht äußern.

Teamchef Hans-Michael Holczer reagierte allerdings im "kicker" empört auf die Vorwürfe: "Das ist Rufmord! Ich äußere mich zu dem Vorgang erst, wenn es verlässliche Auskünfte gibt."

In der Tat müssen abnorme Blutwerte nicht bedeuten, dass die Fahrer gedopt sind. Für einen erhöhten Hämatokrit- oder Hämoglobin-Wert kann es auch natürliche Ursachen geben.

Allerdings fällt Schumachers Name nicht zum ersten Mal im Zusammenhang mit auffälligen Blutwerten.

Schumacher schon 2007 auffällig

Fünf Tage vor der WM 2007 wies eine Blutprobe bei Schumacher einen unzulässigen Hämatokritwert von 50,5 Prozent auf. Weil der Hämoglobinwert aber der Norm entsprach, durfte er dennoch starten.

Nach der WM erwischte man Schumacher, der ab 2009 für die belgische Quick-Step-Mannschaft fährt, mit Amphetamin. Auch diesmal entkam er einer Sperre, weil der Test außerhalb der Wettkampfzeit stattfand.

Columbia-Profis auf der Liste?

Neben Schumacher sollen noch ein weiterer Gerolsteiner-Profi und zwei Fahrer vom Team Columbia auf der ominösen Liste stehen.

Die belgische Tageszeitung "Le Soir" nannte außerdem das CSC-Quartett Carlos Sastre, Fabian Cancellara, Fränk Schleck und Stuart O' Grady. Schleck hat das CSC-Team bereits suspendiert, nachdem er die Zahlung von 7000 Euro an Doping-Arzt Eufemiano Fuentes gestanden hatte.

Ende der Woche Ergebnisse

Die AFLD vermeldet indes, dass noch keine vermeldbaren Ergebnisse vorliegen. "Wir haben noch keine Resultate", sagte ein Sprecher der Doping-Agentur der "dpa".

Ende der Woche soll es die ersten Befunde geben. Aber auch dann wird die AFLD die Ergebnisse nicht publik machen, sondern sich direkt an die betroffenen Profis und die jeweiligen Verbände wenden.

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