vergrößernverkleinern
Stefan Schumacher leugnet ein Doping-Vergehen bei der Tour de France © getty

Zornige Reaktionen auf die wahrscheinlichen Doping-Vergehen Stefan Schumachers: Politik und TV erwägen drastische Konsequenzen.

München - Nach dem schwerwiegenden Doping-Verdacht gegen Stefan Schumacher werden Forderungen nach Konsequenzen laut.

Der Sportausschuss-Vorsitzende Peter Danckert hat die Prüfung eines Fördergelder-Stopps für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gefordert.

"Der Radsport ist nicht bereit, seine Strukturen zu ändern und noch strikter gegen Doping vorzugehen", sagte der SPD-Politiker und ergänzte: "Man muss nun prüfen, ob der Punkt erreicht ist, wo es zu einer Haushaltssperre kommen muss."

ARD denkt über Ausstieg nach

Die ARD denkt unterdessen intensiv über einen kompletten Ausstieg aus der Radsport-Berichterstattung nach.

Der stellvertretende ARD-Sprecher Christian Bauer betonte bereits, dass der neuerliche Fall einen Rückschlag darstelle: "Da packt einen die kalte Wut, wenn man sieht, wie solche Betrüger den Radsport kaputt machen."

Zwar beweise die Überführung Schumachers das effektivere Kontrollnetz, "aber letztendlich stellt sich doch die Frage, wem man im Radsport überhaupt noch trauen kann", meinte Bauer.

Dagegen stellte "Eurosport" am Dienstag klar, dass es definitiv keinen Rückzug des Spartensenders aus der Radsport-Berichterstattung geben werde.

Prudhomme bestätigt positiven Test

Der Nürtinger Schumacher ist offenbar bei der Tour de France positiv auf das Epo-Mittel CERA getestet worden, was nachträgliche Untersuchungen der Blutproben ergeben haben.

Das hatte Tour-Direktor Christian Prudhomme Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer bestätigt. Dabei ist dem Nürtinger offenbar das neue Testverfahren der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD) zum Verhängnis geworden.

Schumacher, der bei der Tour beide Zeitfahren gewonnen und zwei Tage das Gelbe Trikot getragen hatte, wies die Vorwürfe als "Schwachsinn" zurück.

Sein Lager wartet vor einer offiziellen Stellungnahme auf die Unterlagen aus Frankreich.

"Das ist eine Scheißsache. Wir können jetzt noch kein Statement abgeben. Soweit ich weiß, sind die Unterlagen aus Frankreich unterwegs. Dann werden wir uns dazu äußern", sagte Schumachers Anwalt Michael Lehner.

Scharpings Appell

BDR-Präsident Rudolf Scharping hat Schumacher zu lückenloser Aufklärungsarbeit aufgefordert. "Schumacher hat die Möglichkeit, auf das Urteil positiv einzuwirken, wenn er jetzt die Hintermänner offenlegt", sagte der Chef des BDR.

Der BDR hat bisher noch keine Unterlagen zum möglichen Dopingvergehen erhalten. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hat das BDR-Präsidium in einer telefonischen Abstimmung einer sofortigen Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens bereits zugestimmt.

"Die Unterlagen aus den Kontrollen werden von der Nationalen Französischen Doping-Agentur AFLD an die Nationalen Anti-Doping-Agenturen verschickt. Die NADA hat uns auf Anfrage mitgeteilt, dass wir diese Unterlagen schnellstmöglich erhalten", erklärte BDR-Generalsekretär Martin Wolf.

"Zum Forum - jetzt mitdiskutieren"

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel