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Ricco war bis Juli 2008 Profi beim spanischen ProTour-Team Saunier Duval-Prodir © getty

Der Dopingsünder erhält bei den ProTour-Teams keine zweite Chance. Andere Betrüger wären verfrüht aufgenommen worden.

München - Dopingsünder Riccardo Ricco hat sich verbittert über seinen Ausschluss vom Giro d'Italia gezeigt.

"Man will mich noch zu einem zusätzlichen Jahr Fegefeuer zwingen, als ob die beiden Jahre Hölle nicht genügt hätten. Man will mich für all meine Sünden büßen lassen. Ich finde, das ist nicht fair", sagte der Italiener,

der am Dienstag nach 20-monatiger Sperre bei der Radrundfahrt Coppi e Bartali sein Comeback gegeben hatte, in einem Interview mit der "Gazzetta dello Sport".

Am Montag hatten die Giro-Organisatoren bekannt gegeben, dass Riccos Team Ceramica Flaminia keine Einladung erhalten wird.

"Für unsere Fehler haben wir bezahlt"

Bereits beim Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo war der zweitklassige Rennstall aus Italien übergangen worden. "Es gibt keinen Unterschied zwischen meinem Fall und jenen anderer Dopingsünder. Wir haben Fehler begangen und dafür bezahlt", klagt Ricco.

Der 26-Jährige hatte 2008 für Furore gesorgt, als er zunächst Gesamtzweiter beim Giro geworden war und anschließend zwei Etappen bei der Tour de France gewann, ehe er positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet wurde.

"Als hätte ich in Zwei gelebt"

"Die Welt ist über mich eingebrochen, es ist, als hätte ich zehn Jahre in Zwei erlebt", sagt Ricco.

Am Dienstag kam Ricco bei seinem ersten Wettkampf nach der Sperre im italienischen Urlaubsort Riccione mit dem Hauptfeld ins Ziel. (DATENCENTER: Radsport-Ergebnisse auf einen Blick)

Chicci holt sich den Sieg

Den Sieg sicherte sich der italienische Liquigas-Fahrer Francesco Chicci, der im Zielsprint seine Landsleute Mattia Gavazzi und Roberto Ferrari auf die Plätze verwies.

Ricco bedauert, dass er bei den Profiteams keine Chance erhalte:

"Einige Radprofis haben offene Türen vorgefunden, ich nicht. Es gibt eine Regel, nach der Dopingsünder vier Jahre lang nicht von ProTour-Teams unter Vertrag genommen werden dürfen. Doch einige Radprofis haben einen Vertrag erhalten, zum Beispiel Ivan Basso oder Alexander Winokurow."

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