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Robert Bartko gewann bei Olympia 2000 in Sydney zwei Goldmedaillen © getty

Nach dem Debakel des Vierers bei der Bahnrad-WM drängt der BDR-Vize Robert Bartko ins Abseits. Der Olympiasieger ist perplex.

Kopenhagen - Erst die Rote Karte für den Vierer, dann das Ende aller Medaillenträume: Für den zweimaligen Olympiasieger Robert Bartko kam es zum Abschluss der Bahnrad-Weltmeisterschaften in Kopenhagen knüppeldick.

Der Potsdamer belegte im Omnium den undankbaren vierten Platz und musste mit leeren Händen die Heimreise antreten.

Der Tag hatte für den 34-Jährigen schon schlecht begonnen. Nach dem Debakel des einst so ruhmreichen Vierers musste der 34-Jährige als Sündenbock herhalten und soll nicht mehr in der Mannschaftsverfolgung zum Einsatz kommen.

"Ich glaube, dass der Bundestrainer nicht mehr auf ihn setzen wird. Das ist meine Empfehlung an Herrn Petermann", formulierte Udo Sprenger, der Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer, eine klare Ansage in Richtung Andreas Petermann, dessen Tage nach den schwachen Vorstellungen wohl ebenso gezählt sind.

Bartko enttäuscht

Bartko, der den Vierer in Sydney in Weltrekord-Zeit zu Gold geführt hatte, war von der Entscheidung überrascht. (DATENCENTER: Radsport-Ergebnisse auf einen Blick)

"Das ist nicht schön, dass ich so etwas von der Presse erfahre. Die Enttäuschung ist groß. Aber vor zwei Jahren war ich auch schon mal draußen und bin dann wieder gefahren", sagte der 34 Jahre alte Potsdamer.

Geht es nach Sprenger, dürfte die Entscheidung diesmal endgültig sein. "Das liegt an seiner Leistungsfähigkeit. Madison kann er noch fahren. Deshalb will ich einen generellen Verbleib von Bartko bei der WM nicht ausschließen", ergänzte der BDR-Vize.

Schlechteste Platzierung seit der Wiedervereinigung

Die Aussortierung des langjährigen Erfolgsgaranten hatte sich schon am Freitag angedeutet, als die Verantwortlichen nach dem zehnten Platz des Vierers auf Distanz zu Bartko gegangen waren.

Dort hatte der Potsdamer mit Robert Bengsch, Henning Bommel und Patrick Gretsch das schlechteste Ergebnis einer deutschen Mannschaft seit der Wiedervereinigung erzielt - ausgenommen der Boykott 2003, als keine deutsche Mannschaft am Start gestanden hatte. (Bahn-Vierer gleicht einer Bummelbahn)

"Es muss sich was ändern"

So fiel die Bilanz im Ausdauerbereich ernüchternd aus. "Von den Ergebnissen her haben wir uns nicht weiterentwickelt. Es muss sich was ändern", sagte Sprenger und wich Fragen nach einer Entlassung von Petermann aus:

"Darüber haben wir bislang nicht gesprochen. Die Ausdauer-Bundestrainer, sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen, müssen sagen, wie es weitergeht. Sie müssen uns glaubhaft machen, dass es vorwärts geht", so Sprenger, der den Frauen-Coach Thomas Liese gleich mit ins Boot nahm.

Sprinter überzeugen

Eitel Sonnenschein herrscht dagegen im Lager der Sprinter. Mit der Goldmedaille im Teamsprint, dem dritten Platz von Maximilian Levy im Keirin sowie den starken Leistungen von Stefan Nimke im 1000-m-Zeitfahren und Robert Förstemann im Sprint sind Deutschlands schnelle Männer absolut konkurrenzfähig.

"Die WM ist insgesamt super gelaufen. Wir gehören zur Weltspitze. Unser Ziel ist die Goldmedaille im Teamsprint bei Olympia 2012", sagte Nimke.

Vogel Lichtblick bei Frauen

Aber auch im Frauen-Bereich darf wieder von erfolgreicheren Tagen geträumt werden, und die Hoffnung ist eng mit dem Namen der sechsmaligen Junioren-Weltmeisterin Kristina Vogel verknüpft.

Die 19-Jährige, die vor zehn Monaten nach einem schweren Unfall zwei Tage im Koma gelegen und mehrere Knochenbrüche erlitten hatte, fuhr im Sprint sensationell auf den fünften Platz.

"Das ist beachtlich", lobte Bundestrainer Detlef Uibel: "Jetzt gilt es daran anzuknüpfen und konsequent weiterzuarbeiten."

Deutschland hinkt hinterher

Bis zur Weltspitze bleibe immerhin noch viel Arbeit.

Das trifft auch insgesamt auf den deutschen Bahnradsport zu. Trotz der Lichtblicke im Sprintbereich hinkt Deutschland den Top-Nationen noch hinterher.

Insbesondere die Australier und die Briten haben in Kopenhagen reihenweise Medaillen abgeräumt.

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