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Michael Rasmussen gewann 2005 und 2006 die Bergwertung der Tour de France © getty

Der überführte Dopingsünder zeigt sich nach wie vor uneinsichtig und lässt dem Hass auf seine Gegner freien Lauf.

Von Andreas Kloo

München - Der Zorn bei Michael Rasmussen ist immer noch nicht verflogen. Bei der Tour de France 2007 musste er das Gelbe Trikot des Gesamtführenden abgeben, nachdem ihm sein Team Rabobank von der Rundfahrt ausgeschlossen hatte.

Der gebürtige Däne hatte in der Vorbereitung auf die Tour mehrfach falsche Angaben über seinen Aufenthaltsort gemacht und damit gegen die Anti-Doping-Richtlinien der UCI verstoßen.

In der Folge wurde Rasmussen auch noch für zwei Jahre gesperrt.

"Um den sicheren Sieg gebracht"

Dennoch fühlt sich der 35-Jährige ungerecht behandelt. "Wenn einige Leute tot oder begraben wären, wäre ich wahrscheinlich glücklicher" lässt er seiner Wut in der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet" freien Lauf. (DATENCENTER: Radsport-Ergebnisse auf einen Blick)

"Ich wurde zu Unrecht um den sicheren Sieg bei der Tour de France gebracht", ärgert sich der zweifache Bergwertungs-Champion der Frankreich-Rundfahrt. "Aber ich werde jetzt keine kolumbianischen Gangster engagieren, um es wahrzumachen", sagt er beschwichtigend.

Seine Intimfeinde können also beruhigt weiterschlafen.

Lange Liste an Feinden

In Frage kommen dafür viele: UCI-Boss Pat McQuaid, die Tour-Organisation ASO, der dänische Radsportverband, die dänische Regierung , das Rabobank-Team.

Oder auch Kollegen aus dem Radsport wie Mountainbike-Fahrer Whitney Richards. Der Amerikaner behauptete, von Rasmussen 2002 als Kurier für Infusionsbeutel eingesetzt worden zu sein.

Oder Bernhard Kohl. Der überführte österreichische Doping-Sünder zählt Rasmussen zu den Mitnutzern der Zentrifuge, die Kohl für Blutdoping nutzte.

EPO-Präparat im Urin

Neben Anschuldigungen gibt es aber auch Beweise gegen Rasmussen. Das französische Doping-Labor in Chatenay-Malabry fand in mehreren Urinproben der Tour 2007 das EPO-Präparat Dynepo. Die Befunde waren allerdings juristisch nicht verwertbar.

So tritt Rasmussen inzwischen wieder für das italienische Team "Miche Silver Cross" in die Pedale.

Schuldbewusstsein zeigt er nach wie vor keines. Nur einen Fehler wirft er sich selbst vor: "Ich hätte schon 2005 die mexikanische Staatsbürgerschaft annehmen sollen. Dann hätte ich niemals irgendwelche Problem mit dem dänischen Radsport-Verband und seinem Präsidenten Jasper Worre gehabt."

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