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Seit seinem Debüt 1992 war Lance Armstrong für sechs verschiedene Profiteams tätig © getty

Der Amerikaner hegt beim Rennen in Belgien keine Sieg-Ambitionen. Dafür plant ein Lokalmatador den Titel-Hattrick.

München - Peitschender Regen, mörderisches Kopfsteinpflaster und 15 giftige Anstiege:

Lance Armstrongs Vorbereitung auf den angestrebten achten Sieg bei der Tour de France beginnt am Ostersonntag eher ungemütlich mit der Flandern-Rundfahrt.

Bei der "Ronde" strebt der US-Amerikaner jedoch nicht nach einem weiteren Eintrag in seiner Erfolgsbilanz. (DATENCENTER: Radsport-Ergebnisse auf einen Blick)

"Meine Ambitionen? Keine. Es ist einfach eine ganz andere Art des Radrennens. Der Sonntag wird hart", sagt Armstrong lapidar.

Zuletzt nahm der Amerikaner 2005 an der Flandern-Rundfahrt teil, dreieinhalb Monate später gewann er die Tour zum siebten Mal.

Kaum Hoffnung auf deutschen Sieg

Bis zum schweißtreibenden Ritt über 262 km durch das windige Flandern lässt es Armstrong ruhig angehen.

Der 38-Jährige residiert im besten Zimmer des Hotel Weinbrugge - das Buffet lässt mit Hummer und erlesenen Weinen keine Wünsche offen.

Selbst eine Trophäe, einen Pflasterstein der legendären Mauer von Geraardsbergen, bekam der RadioShack-Kapitän bereits vorab.

Die deutschen Hoffnungen wurden bereits Mitte der Woche zunichte gemacht. Heinrich Haussler, im Vorjahr noch Zweiter, verpasst aufgrund einer Knieverletzung sowohl Flandern als auch Paris-Roubaix.

Boonen in der Rolle des Lokalmatadoren

Sein Cervelo-Teamkollege Andreas Klier wiederum fällt mit einer Gehirnerschütterung aus.

Martin Reimer, Danilo Hondo, Sebastian Lang und Marcus Burghardt werden Helferdienste leisten und ihre eigenen Ambitionen zurückstellen müssen.

Den Sieg soll natürlich ein Belgier holen, nach Meinung der radsportverrückten Flamen am liebsten ihr Goldjunge Tom Boonen, der das Rennen 2005 und 2006 gewonnen hat.

Devolder plant Titel-Hattrick

Die größte Konkurrenz kommt in Person von Stijn Devolder aus dem eigenen Quick-Step-Rennstall.

Devolder hatte sich in den vergangenen beiden Jahren nicht gerade als loyaler Helfer erwiesen, er attackierte selbst und gewann auch.

Der 30-Jährige kann Flandern als zweiter Fahrer nach dem Italiener Fiorenzo Magni (1949-51) zum dritten Mal in Folge gewinnen. Fabian Cancellara, Alessandro Ballan, Juan Antonio Flecha und Filippo Pozzato zählen ebenfalls zum engeren Favoritenkreis.

Greipel Favorit bei Rund um Köln

Am Ostermontag gibt es bei Rund um Köln auch einen deutschen Favoriten.

Es wird damit gerechnet, dass es am Rheinauhafen von Köln zu einem Massensprint kommen wird.

Der bereits mit sechs Saisonsiegen dekorierte Andre Greipel wird dann nur schwer zu schlagen sein.

Milram unter Erfolgsdruck

"Das Rennen ist ziemlich unberechenbar. Man muss ein Allrounder sein. Wenn eine Ausreißergruppe ankommen möchte, muss man am Berg attackieren. Dort gilt es, achtsam zu sein", sagt der Columbia-Sprinter.

Ein Jahr nach dem Ausschluss der Profiteams - die Veranstalter ließen aufgrund der Doping-Skandale im Radsport nur Nationalmannschaften starten - geht wieder ein hochklassiges Starterfeld auf die 200 km lange Schleife durch das Bergische Land.

Den größten Erfolgsdruck hat das Team Milram, das seinem Hauptsponsor mit einem Sieg ein wichtiges Argument liefern kann, sein Engagement doch noch über das Jahresende hinaus fortzusetzen.

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