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Fabian Cancellara begann seine Profi-Karriere 2001 beim italienischen Team Mapei © imago

Der Schweizer feiert bei den Klassikern Siege am Flieband. Zwei Erfolge fehlen noch zu den "fünf Monumenten des Radsports".

Roubaix - Der Radsport feiert seinen neuen Kannibalen. Die Rede ist vom Schweizer Fabian Cancellara, der nach seinem sensationellen Triumph beim 108. Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix immer mehr auf den Spuren der Rad-Legende Eddy Merckx wandelt (Cancellara der "König der Pflastersteine").

Der "TGV aus Ittingen" ("Blick") fährt, siegt und tickt wie einst der belgische Ausnahmefahrer.

"Auf den letzten 40 Kilometern habe ich viel an Menschen wie Eddy Merckx, Johan Museeuw oder Franco Ballerini gedacht. Ich will auch eine Marke in den Geschichtsbüchern hinterlassen", sagte der Berner.

Gesagt, getan: Innerhalb von acht Tagen schaffte er als zehnter Radprofi das Double aus Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix.

Hunger auf mehr

Und der Erfolgshunger ist bei Cancellara noch lange nicht gestillt.

"Mein Traum sind die fünf Monumente des Radsports. Momentan habe ich drei", bilanzierte der 29-Jährige und blickt auf die noch fehlenden Erfolge bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Lombardei-Rundfahrt (DATENCENTER: Alle Termine und Ergebnisse).

Den Sieg bei Mailand-San Remo hatte er bereits 2008 geholt.

Traum vom Toursieg

Ansonsten ist die Vitrine bei Cancellara bestens gefüllt. Bei allen großen drei Rundfahrten trug er bereits das Leadertrikot, außerdem holte er im Zeitfahren den Olympiasieg und drei Weltmeistertitel.

Im letzten Jahr gewann das 80 Kilogramm schwere Kraftpaket bei der Tour de Suisse sogar seinen ersten bedeutenden Rundfahrtsieg. Ein Erfolg, der Appetit auf mehr gemacht hat: "Der Toursieg ist mein verrückter Traum."

Zuviel Muskelmasse für die Berge

Inzwischen scheint bei Cancellara nichts mehr unmöglich, wenngleich Teamchef Bjarne Riis einschränkt: "Für den Toursieg müsste er Muskelmasse abbauen, um in den Bergen mithalten zu können."

Alberto Contador darf also aufatmen, der Rest nicht. Denn am Sonntag steht Cancellara beim Amstel Gold Race wieder an der Startlinie, und in der momentanen Verfassung gehört er auch bei der Berg- und Talfahrt durch die Region Limburg zu den Favoriten.

Im Alleingang zum Sieg

Wie Cancellara die gesamte Konkurrenz in der "Hölle des Nordens" in Grund und Boden fuhr, sorgte für großes Staunen.

50 Kilometer vor dem Ziel setzte sich der Zeitfahrspezialist aus der Spitzengruppe ab und raste im Alleingang bei starkem Gegenwind über die staubigen Paves aus der Zeit Napoleons zu seinem zweiten Sieg.

Warten auf den großen Scheck

Kein Wunder, dass die Interessenten bei Cancellara Schlange stehen. Sein Vertrag bei Riis, der noch auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor für 2011 ist, läuft Ende des Jahres aus.

Eine Lohnerhöhung wird er so oder so einstreichen. "Das bin ich auch wert", sagt Cancellara.

Training hinter der Vespa

Derweil zerbricht sich die Konkurrenz über die starken Leistungen von Cancellara den Kopf. Ein Grund für die außergewöhnlichen Leistungen ist sicherlich das Mofa-Training von "Spartakus", so sein Spitzname.

Bis zu sieben Stunden soll Cancellara im Training schon mal hinter einer Vespa im Hochgeschwindigkeitstempo unterwegs sein.

Mit Doping nichts zu tun

Ob diese Methode auch von dem skandalumwitterten Luigi Cecchini stammt, ist ungewiss. Die Zusammenarbeit mit dem Italiener, der in der Szene den Ruf eines Dopingarztes hat, ist von Cancellara inzwischen beendet worden.

Ohnehin, so Cancellara, habe er von Cecchini nur Trainingspläne erhalten. Mit Doping habe er nichts zu tun.

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