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Alejandro Valverde fährt seit 2005 für das Team Caisse d'Epargne © imago

Der Dopingsünder tritt munter weiter in die Pedale. Den Start beim Amstel Gold Race verhindert allerdings der Vulkanausbruch.

München - Dopingsünder Alejandro Valverde führt den Radsport-Weltverband (UCI) an der Nase herum.

Ungeachtet seiner durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS bestätigten Sperre für Rennen in Italien setzt der 29-Jährige mit aller Dreistigkeit sein Rennprogramm fort und hat kurzerhand für die komplette Ardennen-Woche mit dem Amstel Gold Race am Sonntag, dem Fleche Wallonne (21. April) und Lüttich-Bastogne-Lüttich (25. April) gemeldet.

Zumindest auf den Start beim ersten Ardennen-Klassiker muss der Spanier allerdings verzichten. Aufgrund der Behinderungen des internationalen Flugverkehrs nach dem Vulkanausbruch auf Island konnte er ebenso wie Bradley Wiggins und Carlos Sastte nicht anreisen.

Weltverband hilflos

Die UCI dagegen kann Valverde nicht stoppen. "Wir müssen weiter warten. Erst wenn die letzte Entscheidung durch den CAS gefallen ist, können wir handeln. Wir hoffen, dass im Mai etwas passieren wird", sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani.

Er bedauert die scheinbare Hilflosigkeit des Weltverbandes: "Es gibt keine andere Möglichkeit. Wir haben bereits vor drei Jahren versucht, ihn zu sperren."

Sperre nur in Italien

Die Italiener waren in der Causa Valverde handlungsfreudiger - und auch erfolgreicher.

Die Anti-Doping-Kommission des Nationalen Olympischen Komitees CONI hatte den Tour-Abstecher nach Italien am 21. Juli 2008 genutzt und Valverde zur Blutabnahme gebeten. Der DNA-Test soll eine Übereinstimmung mit Blutproben ergeben haben, die von den spanischen Ermittlern im Rahmen der Operacion Puerto bei Fuentes sichergestellt worden waren.

Daraufhin sperrte das CONI den Vuelta-Sieger bis zum 10. Mai 2011, das CAS bestätigte Mitte März das Urteil.

Valverde hält sich nicht an Versprechen

Doch auch der Richterspruch aus Lausanne ermunterte die UCI nicht für eine weltweite Sperre.

Der Weltverband, der noch auf ein zweites CAS-Urteil zu Valverde warten will, begnügte sich gutgläubig mit der Ankündigung des Caisse-d'Epargne-Kapitäns, sein Rennprogramm bis zur endgültigen Entscheidung auszusetzen.

Doch kaum hatte sich die erste Aufregung gelegt, trat Valverde wieder kräftig in die Pedale und wurde gleich Zweiter bei der Baskenland-Rundfahrt.

Erfolgreich trotz Italien-Sperre

So läuft das schon seit mehr als einem Jahr. Fernab von Italien spult Valverde sein Programm herunter - und das äußerst erfolgreich.

2009 gewann er die Katalonien-Rundfahrt, die Dauphine Libere, die Burgos-Rundfahrt und sogar die Vuelta.

Auch bei der WM in Mendrisio, nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze entfernt, fuhr er munter am VIP-Zelt von UCI-Präsident Pat McQuaid vorbei.

Murcia-Rundfahrt rächt sich

So ging es 2010 weiter. Valverde triumphierte bei der Mittelmeer-Rundfahrt und wurde in seiner Heimat als Rad-Idol gefeiert. (DATENCENTER: Alle Termine und Ergebnisse)

Und als hätte es nie einen Ethikcode gegeben, lud der Veranstalter der Murcia-Rundfahrt aus Verärgerung über die CONI-Sperre die Teams aus Italien erst gar nicht ein.

Valverde will ersten Amstel-Triumph

Nun also die Ardennen-Klassiker. "Die Rennen liegen mir", sagt Valverde und schielt bereits auf seinen ersten Triumph beim Amstel, wo die Entscheidung nach 257,3 km und 31 giftigen Anstiegen traditionell auf dem Cauberg in Valkenburg fällt.

2008 wurde Valverde hier Dritter, eine Woche später gewann er in Lüttich. 2006 triumphierte Valverde beim Fleche und in Lüttich.

Keine Erwartungen an Wegmann

Von solchen Erfolgen kann das Team Milram derzeit nur träumen. Der letzte verbliebene deutsche Rennstall, der um seine Existenz kämpft, dürfte trotz des Comebacks von Fabian Wegmann nach auskuriertem Schlüsselbeinbruch auch beim Amstel kaum Siegchancen haben.

"Ich glaube nicht, dass wir viel erwarten können", sagt Teamchef Gerry van Gerwen: "Fabian ist erstmals wieder dabei. Die Form kommt mit den Rennen."

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