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Riccardo Ricco wurde vor der 12. Etappe der Tour de France von der Polizei abgeführt © getty

Ein Pharmakonzern kennzeichnete das Dopingmittel, das dem Italiener Ricco zum Verhängnis wurde. WADA-Chef Fahey macht Hoffnung.

München - Dem bei der Tour de France positiv auf EPO getesteten Radprofi Riccardo Ricco ist offenbar ein geheimes Molekül zum Verhängnis geworden.

Nach einer Absprache zwischen der Anti-Doping-Weltagentur WADA und dem Schweizer Pharma-Konzern Roche wurde in der dritten Generation des Blut-Dopingmittels Erythropoietin (EPO) dieses Molekül eingebaut, dass bei Dopingkontrollen entdeckt werden kann.

Das teilte WADA-Chef John Fahey in Australien mit.

Die Sportler sind offenbar bislang davon ausgegangen, dass das EPO-Mittel "Cera" bei den Tests noch nicht nachweisbar ist.

Drei Fahrer positiv

Bei der Tour sind bislang drei Fahrer - neben Ricco noch die Spanier Manuel Beltan und Moises Duenas Nevado - bei Kontrollen aufgeflogen.

Zudem steht noch die Analyse der Blutwerte von Riccos Teamkollegen Leonardo Piepoli aus. Der Bergspezialist soll seinem Saunier-Duval-Team bereits Doping-Praktiken gestanden haben und war bereits entlassen worden.

"Höhere Wahrscheinlichkeit"

Laut Fahey sind derartige Kooperationen mit Pharma-Konzernen die Zukunft des Anti-Doping-Kampfes.

So geht der Australier mit Blick auf Olympia in Peking von den saubersten Spielen überhaupt aus, da die Sportler im Unklaren über die Effizienz der Dopingtests seien.

"Ich kann die Garantie geben, dass es eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit als jemals zuvor gibt, dass ein Betrüger auch geschnappt wird", ergänzte Fahey.

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