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Alexander Winokurow fuhr von 2000 bis 2005 für Telekom/T-Mobile © getty

Alexander Winokurow hätte die Tour 2007 fast ruiniert. Jetzt ist er wieder bei einem wichtigen Rennen der Veranstalter dabei.

Lüttich - Der "Resozialisierungsprozess" von Dopingsünder Alexander Winokurow im Radsport ist offenbar abgeschlossen.

Der Kasache, der die Tour de France mit seinem Dopingfall 2007 fast in den Abgrund getrieben hatte, steht auf der Startliste des 96. Frühjahrsklassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich und hat damit wohl die entscheidende Hürde auf dem Weg zurück auf die ganz große Tour-Bühne überwunden.

Erstmals seit seinem Comeback im vergangenen Sommer startet der Astana-Profi wieder bei einem der bedeutendsten Rennen der Tour-Organisation ASO, die ihn einst so verteufelt hatte.

"Ob meine Probleme mit der ASO gelöst sind? Ich habe doch meine Strafe erhalten", sagt der wenig reumütige Winokurow und blickt bereits auf die Frankreich-Rundfahrt im Sommer: "Da will ich eine Etappe gewinnen und Alberto Contador zum Sieg verhelfen."

Kurz vor dem ersten Sieg

Verbal ist Wino wieder ganz der Alte, und auch sportlich nähert sich der 36-Jährige mit großen Schritten seiner früheren Topform.

Beim Giro del Trentino gewann der frühere T-Mobile-Profi diese Woche in souveräner Manier das Auftaktzeitfahren am Gardasee.

Anschließend ließ er sich auch bei der Bergankunft nicht vom einstigen Kletterkönig Riccardo Ricco abhängen und steht vor dem erstmaligen Gewinn einer Rundfahrt nach Ablauf der Dopingsperre (DATENCENTER: Alle Termine und Ergebnisse).

Rosa Trikot als Ziel

In den nächsten Wochen hat Winokurow noch einiges vor. Ab 8. Mai will er den Giro d'Italia in Angriff nehmen.

"Ich will nicht vom Gesamtsieg reden, aber das Rosa Trikot würde ich schon gerne mal tragen. Das fehlt noch in meiner Kollektion", sagt der Olympiazweite von Sydney, der in seiner Heimat Kasachstan nach wie vor als Volksheld gilt.

Doch vorher steht für Winokurow, der bei der Tour 2007 zweimal positiv auf Fremdblutdoping getestet worden war, der Ritt durch die Ardennen über 258 km auf dem Programm.

Ein Who is Who der Dopingsünder

Dort will er das Zusammenspiel mit dem ebenfalls im Aufgebot stehenden Toursieger Contador gleich mal testen.

Über Siegchancen redet er nicht, wenngleich der Kasache den Platz auf dem Podium kennt. 2005 holte er sich nach einer 50 km langen Flucht den Sieg im Schlussspurt gegen Mitausreißer Jens Voigt.

Die Siegerliste der letzten elf Jahre liest sich mit Ausnahme von Andy Schleck im Vorjahr ohnehin wie das Who is Who der Dopingsünder.

So holten sich unter anderem die inzwischen überführten Betrüger Tyler Hamilton (USA), Danilo di Luca, Davide Rebellin (beide Italien), Alejandro Valverde (Spanien), Oscar Camenzind (Schweiz) oder der 2009 verstorbene Franck Vandenbroucke (Belgien) bei La Doyenne den Sieg.

Milram-Chef pessimistisch

Milram-Profis fehlen in der Siegerliste, und auch in diesem Jahr macht sich Teamchef Gerry van Gerwen keine großen Hoffnungen.

"Die vielen Verletzungen und Stürze in den letzten Wochen waren alles andere als ideal. Wenn einer unter die besten Zehn kommt, mache ich eine Flasche Champagner auf", sagte der Niederländer.

Immerhin kann Fabian Wegmann nach seinem Sturz beim Fleche Wallonne starten. Auch Kapitän Linus Gerdemann, den zuletzt eine Bronchitis zurückgeworfen hatte, steht in Lüttich an der Startlinie.

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