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Alexander Winokurow fuhr von 2000 bis 2005 für Telekom/T-Mobile © getty

Der Kasache feiert beim Ardennenklassiker seinen ersten großen Sieg nach seiner Dopingsperre. 17 Kilometer vor dem Ziel setzt er die entscheidende Attacke.

Lüttich - Angriffslustig wie zu besten Zeiten hat sich Dopingsünder Alexander Winokurow eindrucksvoll auf der Radsport-Bühne zurückgemeldet und die 96. Auflage des Ardennenklassikers Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen.

Nach einer seiner gefürchteten Attacken 17 km vor dem Ziel holte sich der inzwischen 36-Jährige seinen zweiten Sieg bei "La Doyenne" nach 2005 und feierte den ersten großen Sieg nach seinem Comeback im vorigen Sommer.

Winokurow, der am Freitag noch den Giro del Trentino gewonnen hatte, verwies den Russen Alexander Kolobnew auf den zweiten Platz.

Dritter wurde der spanische Vuelta-Sieger Alejandro Valverde. Das Team Milram spielte erneut keine Rolle und konnte sich mit Kapitän Linus Gerdemann nicht in den Top Ten platzieren.

"Das war meine Revanche"

"Ich kann es immer noch nicht glauben. Der Kampf begann, als Schleck und Contador attackierten. Dann habe ich zum Gegenangriff geblasen. Das war meine Revanche", sagte Winokurow, der 2007 bei der Tour de France zweimal wegen Fremdblutdopings erwischt worden war und bereits vor den Trümmern seiner Karriere stand.

Bei seiner Attacke 17 km vor dem Ziel düpierte Winokurow, der erstmals nach seiner Sperre wieder bei einem der ganz großen Rennen der Tour-Organisation ASO am Start stand, die gesamte Weltelite.

Nur Kolobnew konnte dem früheren T-Mobile-Profi folgen, doch beim letzten Anstieg in Ans bewies Winokurow das bessere Stehvermögen.

Beim in zwei Wochen beginnenden Giro d'Italia dürfte er in der Form zu den Favoriten gehören. Bei der Tour will er Teamkollege Alberto Contador zum Sieg verhelfen. (DATENCENTER: Alle Termine und Ergebnisse)

Erste Attacke kommt von Schleck

Bei fast schon sommerlichen Temperaturen ging es 20 km vor dem Ziel richtig zur Sache. Beim Cote de la Roche-aux-Faucons attackierte zunächst Vorjahressieger Andy Schleck, doch Toursieger Contador konterte.

Zu diesem Zeitpunkt waren alle Favoriten unter sich. Drei Kilometer später probierte es Winokurow und die Konkurrenten reagierten bis auf Kolobnew zu spät.

Gerdemann von Bronchitis gebremst

Die Milram-Hoffnungen auf eine Top-Ten-Platzierung erfüllten sich nicht. Wie schon bei den letzten Frühjahrsklassikern war die Mannschaft von Gerry van Gerwen in der entscheidenden Phase mit keinem Fahrer mehr vertreten.

Die Voraussetzungen waren aber ohnehin nicht ideal. Gerdemann fuhr nach zweiwöchiger Pause aufgrund einer Bronchitis sein erstes Rennen.

Und Fabian Wegmann, der in den Ardennen stets gut zurechtkommt, war erst am Mittwoch beim Fleche Wallonne gestürzt, nachdem er zuvor fünf Wochen wegen eines Schlüsselbeinbruchs ausgefallen war.

Terpstra in Ausreißergruppe

Dafür war Milram aber fast 200 km in der Spitzengruppe vertreten. Bereits nach gut 25 km war der Niederländer Niki Terpstra mit sieben weiteren Mitstreitern ausgerissen.

Doch gut 45 km vor dem Ziel wurde die Gruppe, die zwischenzeitlich bis zu acht Minuten Vorsprung herasusgearbeitet hatte, vom Feld eingeholt.

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