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Andre Greipel gewann im Januar Gesamt- und Punktewertung bei der Tour Down Under © getty

Der erfolgreichste Profi des Jahres will nicht mehr die Nummer 2 im Team sein. Doch Lautsprecher Cavendish hat einen Bonus.

Berlin - Er ist der erfolgreichste Radprofi des Jahres und führte lange die Weltrangliste an, doch bei der Tour de France wird Andre Greipel wohl nur die Zuschauerrolle bleiben.

Der ambitionierte Rostocker fühlt sich bei Columbia in die zweite Reihe abgeschoben und kündigt seinen Wechsel an.

"Im nächsten Jahr werde ich in einem Team fahren, wo ich meine eigenen Ambitionen wahrnehmen kann", sagte Greipel der "Sport-Bild".

Zwar fühlt sich der 27-Jährige bei dem T-Mobile-Nachfolger wohl, doch als ewige Nummer zwei hinter dem Briten Mark Cavendish sieht er sich auf keinen Fall.

Nicht schon wieder an die Ostsee

Zumal die Saisonbilanz mit 11:1 Siegen klar für Greipel spricht. (DATENCENTER: Alle Termine und Ergebnisse)

Das weiß das Kraftpaket natürlich und setzt die sportliche Leitung um Rolf Aldag entsprechend unter Druck: "Meine Siege sprechen für mich. Ich denke, ich bin für viele Teams interessant."

Um Greipel zum Verbleib zu bewegen, bleibt Aldag wohl nur dessen Nominierung für die Tour de France.

Das bedeutendste Rennen der Welt ist Greipels großes Ziel, er will nicht schon wieder im Juli Urlaub an der Ostsee machen. "Ich bin jetzt 27 und kann nicht mehr ewig warten", monierte der Sprinter. Bei jedem anderen Team wäre er für die Tour gesetzt.

Cavendish spuckt große Töne

Im eigenen Rennstall sitzt ihm allerdings Cavendish vor der Nase, und das Alphamännchen von der Isle of Man hat unlängst schon mal klargestellt, dass er mit einem Teamkollegen Greipel nie zusammen im selben Rennen fahren wird.

Zumal er selbst in schlechter Form noch immer schneller sei als der Deutsche.

In Sachen Tour de France, das gibt auch Aldag offen zu, hat Cavendish durch seine zehn Etappensiege bei der Großen Schleife in den vergangenen beiden Jahren einen Bonus.

Entscheidung fällt im Juni

Zumal Columbia bei der Tour in diesem Jahr das Grüne Trikot gewinnen will und deshalb wohl ganz auf die Karte Cavendish setzt.

Der "ManXpress" ist zwar drei Jahre jünger, hat die Tour im Gegensatz zu Greipel allerdings schon dreimal bestritten.

Die Entscheidung über das Tour-Team fällt im Juni, bis dahin haben die beiden besten Sprinter der Welt noch Zeit, sich zu zeigen. Greipel startet vom 8. bis 30. Mai beim Giro d'Italia, Cavendish fährt die Tour of California (16. bis 23. Mai).

Belgisches Interesse an Greipel

Erik Zabel, bei Columbia für die Talent-Entwicklung zuständig, würde beide mit zur Tour nehmen.

Sein Kumpel Aldag hat da andere Ansichten, fürchtet wohl eine offene Fehde zwischen den beiden Muskelmännern.

Es sieht somit alles nach einem Abgang Greipels aus, zumal der vom britischen Team Sky umworbene Cavendish wohl doch bei Columbia bleibt. "Wir haben mit ihm eine Vereinbarung für die nächste Saison", sagt Aldag.

Greipel könnte es nach Belgien ziehen. Omega Pharma-Lotto hat erst einen Saisonerfolg auf dem Konto und sucht dringend einen Siegfahrer. Interesse an dem Deutschen wurde bereits bekundet.

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