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Nach dem Fall "Ricco" zog sich Saunier-Duval von der Tour zurück © imago

Dumm gelaufen: Weil sich EPO-Sünder Riccardo Ricco von einem lebenslang gesperrten Mediziner versorgen ließ, gibt es keine Gnade.

München - Der bei der Tour de France des Dopings überführte Italiener Riccardo Ricco hat das verbotene EPO-Präparat CERA von dem eigentlich lebenslang gesperrten Arzt Carlo Santuccione erhalten.

Das geht aus den Unterlagen des nationalen Olympischen Komitees Italiens (CONI) hervor, das den zweimaligen Etappensieger Ricco für zwei Jahre gesperrt hat.

Wegen seines Geständnisses und der Kooperation mit CONI sollte Riccos Sperre eigentlich um sechs Monate reduziert werden.

Die Zusammenarbeit mit dem gesperrten Mediziner verlängerte die Sperre aber wieder auf die ursprünglichen zwei Jahre.

Ricco besucht EPO-Doktor

Aus den Unterlagen der Vernehmung von Ricco geht hervor, dass die Kontakte zu Santuccione seit 2007 bestanden und dass der sportliche Leiter Daniele Tortoli aus Riccos Amateurzeiten die ersten Kontakte hergestellt hatte.

Ricco hatte Santuccione am 8. Juni aufgesucht, eine Woche, nachdem er den Giro d'Italia als Zweiter beendet hatte.

Der Arzt riet Ricco, CERA am Tag vor dem Tour-Start zu spritzen.

Das Mittel könne nicht nachgewiesen werden, und der leistungssteigernde Effekt stelle sich eine Woche später ein, hatte er gesagt.

Weitere Enthüllungen?

Ricco wurde aber bereits während der Tour positiv auf EPO getestet und danach von seinem Rennstall Saunier Duval suspendiert.

Zurzeit untersucht die französische Antidoping-Agentur (AFLD) nachträglich die Blutproben der Tour mit einem neuen Verfahren, durch das CERA besser nachweisbar ist.

Am Montag wurde eine positive Probe des Tour-Dritten Bernhard Kohl aus Österreich bekannt, eine Woche zuvor waren dessen Gerolsteiner-Teamkollege Stefan Schumacher aus Nürtingen und der Italiener Leonardo Piepoli erwischt worden.

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