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Bernhard Kohl fuhr vor seiner Gerolsteiner-Zeit für den T-Mobile-Stall © getty

Der Österreicher legt den WADA-Code so aus, dass die Nachkontrollen einen anderen Zweck haben, als Doping-Sünder zu überführen.

Von Michael Spandern

München - Der in der A-Probe des CERA-Dopings überführte Radprofi Bernhard Kohl hat die Dopingfahnder scharf angegriffen und sich gegen den gläsernen Sportler ausgesprochen.

"Eigentlich ist es ein Skandal, dass überhaupt jemand von diesen Tests erfährt", sagte der Österreicher bereits in der Vorwoche dem Tiroler Onlinemagazin "tt".

Der Code der Welt-Anti-Doping-Agentur sähe vor, dass die B-Proben auf unbestimmte Zeit eingefroren werden und später für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden dürfen.

Und: "Ein Labor dürfte nicht einmal den Namen kennen, zu dem die Probe gehört."

Kohl glaubt, Radsportler würden ungerecht behandelt, da sie ständig angeben müssen, wo sie sich aufhalten, während "sich andere oft nicht an die Regeln halten".

Durch NHL-Profi ersetzt

Auch in der Alpenrepublik hat der Fall Kohl Konsequenzen. Der Tiroler ist von der Nominierungsliste für die Wahl zu Österreichs "Sportler des Jahres" gestrichen worden.

Wie die Sportjournalisten-Vereinigung Sports Media Austria mitteilte, wurde der Tour-Dritte in der fünf Namen umfassenden Liste durch den in der NHL spielenden Eishockey-Profi Thomas Vanek ersetzt. Alle für Kohl abgegebenen Stimmen wurden annulliert.

Ein Idol verloren

In der Alpenrepublik zeigten sich die Funktionäre von den Enthüllungen überrascht. "Die Meldung ist ein Schock, weil Österreich mit einem Schlag ein Idol verliert", sagte Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka.

Heinz Jungwirth, Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Comites (ÖC), meinte: "Ich hoffe, er hat gewusst, was er genommen hat. Jeder weiß, was passiert, und müsste sagen, das nehme ich nicht."

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