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Wiggins ist vierter bei der Tour de France 2009 geworden © getty

In Amsterdam fährt der Brite vorne weg. Andre Greipel verliert wenig Zeit und greift am Sonntag nach dem Rosa Trikot.

München - Mit Volksfeststimmung beim "Auswärtsspiel in Amsterdam" und einem Favoritensieg von Bradley Wiggins ist der Giro d'Italia in seine 93. Auflage gestartet. Der dreimalige Olympiasieger gewann zum Auftakt erwartungsgemäß das 8,4 km lange Einzelzeitfahren und eroberte damit das Rosa Trikot des Gesamtersten.

Der Brite verwies mit seiner 15.000 Euro teuren Spezialmaschine in 10:18 Minuten Brent Bookwalter (USA) und Weltmeister Cadel Evans (Australien) auf die Plätze zwei und drei.(DATENCENTER: Alle Termine und Ergebnisse)

Die elf deutschen Radprofis spielten vor rund 500.000 Zuschauern am Streckenrand auf der ersten Etappe erwartungsgemäß keine Rolle.

Sieberg bester Deutscher

Bester Deutscher war Marcel Sieberg (Hürth), der zwölf Sekunden zurück 13. wurde. Deutschlands Topsprinter Andre Greipel, der mindestens einen Etappensieg beim diesjährigen Giro einfahren will, zeigte ebenfalls eine gute Leistung und verlor nur 18 Sekunden.

Chance auf Rosa Trikot

Dem mit elf Siegen erfolgreichsten Radprofi des Jahres, der als Letzter auf die Strecke gegangen war, winkt mit einem Etappensieg am Sonntag gar das Rosa Trikot.

Denn für einen Tageserfolg gibt es eine Zeitbonifikation von 20 Sekunden. Und die Chancen stehen für Greipel, der Freitagnacht noch über Unwohlsein geklagt hatte, nicht schlecht.

Auf dem zweiten Teilstück über 210 km geht es über flaches Terrain, was einen Massensprint wahrscheinlich macht.

Gerdemann: "Mit Auftakt zufrieden"

Einen ordentlichen Auftakt legte auch Milram-Kapitän Linus Gerdemann (Münster) hin, der in 10:35 Minuten das Ziel am alten Olympiastadion erreichte.

"Ich habe mich gut gefühlt und bin mit dem Auftakt soweit zufrieden. In meiner Vorbereitung auf die Italien-Rundfahrt habe ich den Schwerpunkt nicht auf das Zeitfahren gelegt. Dennoch lief es heute gut bei mir und ich bin optimistisch im Hinblick auf die nächsten Wochen", sagte Gerdemann.

Zahlreiche Zeitverluste

Stark präsentierte sich auch Dopingsünder Alexander Winokurow (Kasachstan), der nur fünf Sekunden verlor. Einige der Topfavoriten ließen dagegen schon wertvolle Sekunden auf den Straßen Amsterdams liegen.

So war Ivan Basso, der Sieger von 2006, 23 Sekunden langsamer. Ex-Toursieger Carlos Sastre (Spanien) verlor 25 Sekunden, Bassos Landsmann Damiano Cunego, der 2005 triumphiert hatte, fast eine Minute.

Tauben-Crash ohne schlimme Folgen

Als erster von 198 Fahrern war Milram-Profi Matthias Russ am Rijksmuseum von der Startrampe auf die anspruchsvolle Strecke mit 13 Ecken und 8 Kurven gegangen, in 11:03 Minuten landete er im Mittelfeld. Pech hatte Russ' Teamkollege Fabian Wegmann, dem eine Taube gegen den Helm geflogen war. Beide überlebten.

Bis Montag dauert das Gastspiel in den Niederlanden noch an, ehe es am Ruhetag zurück nach Italien geht.

Giro außerhalb Europas

Der Abstecher soll keine Ausnahme bleiben. Die Giro-Organisatoren planen, 2012 womöglich den Giro-Start in der US-Hauptstadt Washington und damit erstmals außerhalb Europas durchzuführen.

Eine amerikanische Delegation war in diesen Tagen bereits zum Informationsaustauch in der niederländischen Metropole.

Insgesamt stehen bis zur Schlussetappe am 30. Mai in Verona 3485,3 km auf dem Programm. Die letzten acht Tage haben es dabei in sich,

wenn unter anderem die Bergankunft auf dem Monte Zoncolan, das Bergzeitfahren zum berüchtigten Kronplatz hinauf sowie der Mortirolo-Pass und der 2618 m hohe Gavia-Pass auf dem Programm stehen.

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