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Greipel wechselte 2006 von Wiesenhof zum Columbia-Vorgänger Team T-Mobile © getty

Ein Virus kostet den Deutschen auf der 2. Giro-Etappe alle Chancen. Ein Australier streift Rosa über, der Spitzenreiter stürzt.

Utrecht - Der Griff nach dem Rosa Trikot ging ins Leere, die erste Chance auf einen Etappensieg ist vertan: Geschwächt von einem Magen-Darm-Virus musste sich Andre Greipel beim ersten Massensprint des 93. Giro d'Italia mit einem vierten Platz begnügen.

Damit verpasste der deutsche Topsprinter auch die Führung im Gesamtklassement. (DATENCENTER: Alle Termine und Ergebnisse)

Den Sieg auf dem von vielen Stürzen überschatteten zweiten Teilstück des Giro-Auswärtsspiels in den Niederlanden über 210 km von Amsterdam nach Utrecht holte sich stattdessen der Amerikaner Tyler Farrar vor dem Australier Matthew Goss und dem Italiener Fabio Sabatini.

Voß kämpft sich ins Bergtrikot

Ein anderer Deutscher durfte indes jubeln. Milram-Profi Paul Voß, der lange Zeit einer Fluchtgruppe angehört hatte, sicherte sich das Bergtrikot.

"Das ist der größte sportliche Tag meines Lebens. Ich bin voll ans Limit gegangen und habe gekämpft bis zum Umfallen", sagte der Bielefelder, der sechs Kilometer vor dem Ziel noch in einen Sturz verwickelt war.

Voß wird das Trikot damit mindestens bis zur fünften Etappe tragen, da es vorher keine Bergwertungen mehr gibt.

Wiggins in Sturz verwickelt

Neuer Spitzenreiter im Gesamtklassement ist Weltmeister Cadel Evans. Der Australier profitierte davon, dass der dreimalige Olympiasieger Bradley Wiggins in einen Sturz verwickelt war und mit über einer halben Minute Rückstand das Ziel erreichte.

Wiggins hatte am Samstag das 8,4 km lange Auftaktzeitfahren in Amsterdam gewonnen.

Auf den Plätzen zwei und drei liegen Farrar und Alexander Winokurow mit einer bzw. drei Sekunden Rückstand.

Nur 13 Sekunden Rückstand

Greipel wäre bei einem Etappensieg der erste Deutsche in Rosa seit gut vier Jahren gewesen. Am 12. Mai 2006 hatte der damalige Gerolsteiner-Sprinter Olaf Pollack für einen Tag das Gesamtklassement angeführt.

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: In der Gesamtwertung liegt der deutsche Topsprinter, der mit elf Saisonsiegen erfolgreichster Radprofi des Jahres ist, nur 13 Sekunden hinter Evans.

Bereits am Montag eröffnet sich für Greipel die nächste Chance auf einen Etappensieg und das Rosa Trikot, wenn auf dem Teilstück über 224 km von Amsterdam nach Middelburg wieder mit einem Massensprint gerechnet wird.

Erbitterter Zweikampf mit Cavendish

Zugleich will er so schnell wie möglich seine persönliche Zielsetzung von einem Tageserfolg erfüllen, auch mit Blick auf seine Chancen im Kampf um ein Tour-Ticket.

Seit Monaten liefert sich Greipel einen erbitterten Zweikampf mit dem britischen Topstar Mark Cavendish, der in der nächsten Woche bei der Kalifornien-Rundfahrt ins Geschehen eingreift.

Doch seit Tagen hat er mit einem Magen-Darm-Virus zu kämpfen. "Am Freitag konnte ich nicht trainieren. Inzwischen geht es mir besser, aber meine Topform habe ich noch nicht erreicht", sagte Greipel.

Aus Oranje wird Rosa

Im Zeitfahren hatte der Sprinter sogar eine bessere Zeit als die Giro-Sieganwärter Ivan Basso (Italien/0:23 Sekunden zurück), Carlos Sastre (Spanien/0:25) oder Damiano Cunego (Italien/0:52) erzielt.

Unterdessen zeigte sich Giro-Chef Angelo Zomegnan mit dem Abstecher nach Holland vollauf zufrieden. "Amsterdam hat alle Erwartungen übertroffen", sagte der Organisationschef nach dem Volksfest in der niederländischen Metropole.

Seit Tagen ist in Amsterdam - die Stadt hatte sich die Austragung zwei Millionen Euro

kosten lassen - die niederländische Nationalfarbe Oranje dem Giro-Rosa gewichen.

Am Ruhetag nach Italien

Auf dem Weg nach Utrecht in die Heimatstadt des früheren Weltfußballers Marco van Basten hatte zunächst eine vierköpfige Fluchtgruppe, der auch Milram-Profi Paul Voss (Bielefeld) angehörte, das Geschehen bestimmt.

23 km vor dem Ziel kam es aber zum Zusammenschluss. Es wurde hektisch, und es kam zu vielen Stürzen.

Nach der dritten Etappe am Montag in Middelburg macht sich der Giro-Konvoi dann am Ruhetag auf den Weg zurück nach Italien. Insgesamt stehen bis zur Schlussetappe am 30. Mai in Verona 3485,3 km auf dem Programm.

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