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Alejandro Valverde hat die UCI Pro-Tour 2006 und 2008 gewonnen © imago

Für Alejandro Valverde wird die Luft immer dünner, denn der Sportgerichtshof will diesen Monat ein endgültiges Urteil zum Dopingvorwurf sprechen.

München - Das Ende der Farce im Dopingfall Alejandro Valverde steht unmittelbar bevor.

Noch in diesem Monat will der Internationale Sportgerichtshof CAS ein endgültiges Urteil sprechen und damit - zumindest sportjuristisch - einen Schlussstrich unter die fast schon fünf Jahre andauernde Dopingaffäre setzen.

Ein weltweites Fahrverbot und damit auch das Aus für die Tour de France für Valverde, der bislang lediglich für Radrennen in Italien gesperrt ist, wäre die Folge.

"Es ist unerträglich, Valverde siegen zu sehen, obwohl er eigentlich gesperrt ist. Wir haben eine erste Entscheidung vom CAS, das bestätigt hat, dass es Valverdes Blut ist, dass Epo darin enthalten ist und dass er ein Betrüger ist. Und trotz allem fährt er weiter Radrennen", sagt Olivier Niggli, Chefjurist der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).

Sperre bis 2011 in Italien

Hintergrund ist Valverdes Verstrickung in den Skandal um Dopingarzt Eufemiano Fuentes. Die Anti-Doping-Kommission des italienischen Olympia-Komitees CONI hatte durch eine listige Aktion den Spanier als Dopingsünder entlarvt.

Den Tour-Abstecher nach Italien am 21. Juli 2008 hatten die Fahnder genutzt und Valverde zur Blutabnahme gebeten. Der DNA-Test soll eine Übereinstimmung mit Blutproben ergeben haben, die von den spanischen Ermittlern im Rahmen der Operacion Puerto bei Fuentes sichergestellt worden waren.

Daraufhin sperrte das CONI den Vuelta-Sieger bis zum 10. Mai 2011 für Rennen in Italien. (DATENCENTER: Alle Termine und Ergebnisse)

Noch keine weltweite Sperre

Diese Sperre bestätigte der CAS Mitte März. Doch auch der Richterspruch aus Lausanne ermunterte die UCI nicht zu einer weltweiten Sperre.

Der Weltverband, der noch auf das anhängige CAS-Urteil wartet, begnügte sich gutgläubig mit der Ankündigung des Caisse-d'Epargne-Kapitäns, sein Rennprogramm bis zur endgültigen Entscheidung auszusetzen.

Doch kaum hatte sich die erste Aufregung gelegt, trat Valverde wieder kräftig in die Pedale, gewann die Tour de Romandie, wurde Zweiter bei der Baskenland-Rundfahrt und Dritter bei Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Valverde fährt munter weiter

So läuft das schon seit mehr als einem Jahr. Fernab von Italien spult Valverde sein Programm herunter - und das äußerst erfolgreich. 2009 gewann er die Katalonien-Rundfahrt, die Dauphine Libere, die Burgos-Rundfahrt und sogar die Vuelta.

Auch bei der WM in Mendrisio, nur wenige Kilometer von der italienischen Grenze entfernt, fuhr er munter am VIP-Zelt von UCI-Präsident Pat McQuaid vorbei.

Teure Verhandlung für die WADA

Die juristischen Auseinandersetzungen haben die WADA fast eine halbe Million Dollar gekostet. "Während der ganzen Zeit hat Valverde weiter vom Sport profitiert. Und dieses Geld wird niemehr zurückgezahlt", klagt Niggli.

Und auch wenn das CAS gegen Valverde entscheidet, bleibt ein weiteres Problem. Wird Valverde für zwei Jahre gesperrt oder muss er nur noch das Ende der Italien-Sperre absitzen?

"Das ist das größte Risiko in der ganzen Angelegenheit", betont Niggli. Hilfreich könnte aber noch eine zweite Angelegenheit sein.

Bei der Operacion Grial, die einen Dopingskandal in Valencia im vergangenen Jahr ans Tageslicht gebracht hatte, soll auch wieder der Name Valverde auftauchen. Die Luft wird also dünn für den Bergspezialisten.

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